Rotoren auf dem Lindenberg

Windpark-Firma blockt Gemeinde Schauenburg ab

Reparatur: In diesem Sommer bekam dieses Windrad einen neuen Flügel aufgesetzt. Die Anlage bei Breitenbach ging Ende 2014, Anfang 2015 in Betrieb. Betreiber ist die nordfriesische Firma GP Joule. Archivfoto: privat/nh

Schauenburg. Mit 700.000 Euro wollte die Gemeinde Schauenburg 20 Prozent am Windpark Lindenberg bei Breitenbach erwerben. Doch aus dem Vorhaben wird jetzt nichts. 

Nach Angaben von Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU) hat der Betreiber des Windparks, die nordfriesische Firma GP Joule, dem Vorhaben ein Riegel vorgeschoben.

„Wir sind sehr frustriert aus den Gesprächen herausgegangen“, sagte Gimmler jetzt in der Sitzung der Gemeindevertreter in Hoof. Die Betreiberfirma habe offenbar entdeckt, dass der Windpark sehr gut laufe und dann von der Gemeinde plötzlich höhere Summen als die 700 000 Euro für eine 20-Prozent-Beteiligung verlangt. Immerhin steht der Gemeinde laut Vertrag ein Anteil von einem Fünftel zu. „Wir können nicht plötzlich das Doppelte zahlen“, so Gimmler im Gespräch mit der HNA.

GP Joule äußerte sich auf Anfrage der HNA nicht zu dem Sachverhalt. Schon im Frühjahr 2015 hatten wir bei der Firma nach möglichen Modellen der Beteiligung nachgefragt. Auch damals gab es keine Antwort.

Geplant und gebaut wurde der Windpark bis Anfang 2015. Nach eigenen Angaben investierte das Unternehmen 25 Millionen Euro in die fünf Rotoren unweit der Autobahn 44 nahe der Schauenburger Orte Breitenbach und Hoof. Verwendet wurde das Modell N 117 des Herstellers Nordex. Die Spitzen der Flügel ragen 200 Meter hoch in den Himmel.

Die Gemeinde Schauenburg will nun einen erneuten Versuch des Einstiegs in den Windpark Lindenberg starten. Diesmal allerdings nicht allein, sondern mit der Kommunal Region Kassel GmbH. In der Tochtergesellschaft der Energie Region Kassel GmbH haben sich unter anderem die Städte Baunatal, Vellmar sowie die Gemeinden Fuldatal und Ahnatal zusammengeschlossen, um sich an Windkraftprojekten beteiligen zu können.

Die Gemeinde trete nun mit der Gesellschaft in Verhandlungen, sagt Gimmler. Dann werde über eine Beteiligung im Parlament entschieden. Allein als Kommune könne man sich jedenfalls eine Beteiligung am Lindenberg nicht leisten. „Wir suchen einen Partner.“ 

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