Turm ragt aus dem Wald

Windpark Lindenberg: Aufbau der Windräder hat begonnen

Bauarbeiten laufen: Der erste Teil des Turmes steht. Die Stahlbetonkonstruktion ist 80 Meter hoch. Darauf werden Anfang November zwei weitere Stahlröhren und das Maschinenhaus gesetzt. Foto: Kühling

Schauenburg. Der Aufbau des Windparks Lindenberg bei Schauenburg-Breitenbach hat begonnen. Der Turm für das erste von insgesamt fünf Windrädern ragt bereits 80 Meter aus dem Wald heraus. Die Rotorspitzen über dem Gebiet zwischen Autobahn 44, Breitenbach und Martinhagen sollen schließlich 200 Meter hoch werden.

Der Investor, die nordfriesische Firma GP Joule, will Ende des Jahres mit dem Aufbau fertig sein. Das Unternehmen investiert nach eigenen Angaben rund 25 Millionen Euro in das Projekt. Der erste Teil des Turmes sei fertig, sagt Andreas Fleischmann, Projektleiter bei GP Joule. „Die Stahlbetonteile sind 80 Meter hoch.“ Gut zu sehen ist das Bauwerk beispielsweise von der Landstraße zwischen Breitenbach und Ehlen.

Aktualisiert um 13.42 Uhr

Anfang November sollen auf diesen Turm nacheinander noch zwei Stahlrohrtürme aufgesetzt werden, erläutert der Planer. „Darauf wird in 140 Metern Höhe das Maschinenhaus montiert.“

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Der Aufbau der Windräder soll dann Schlag auf Schlag erfolgen. „Im Wochenrhythmus bauen die so einen Turm auf“, sagt Fleischmann. Für die höheren Passagen wird ein Spezialkran eingesetzt, der an Ort und Stelle zusammengesetzt wird. Die Teile dafür werden mit etwa 20 Tiefladern angeliefert. Der Kran muss schließlich höher sein als die Windanlagen selbst. Hersteller der Windräder ist die Firma Nordex.

Montiert werde das Model N 117, so Fleischmann, woran auch der Durchmesser der Rotoren von 117 Metern zu erkennen sei. Während der Planungsphase für den Windpark hatte es immer wieder Proteste aus der Bevölkerung gegeben. Nach längerer Diskussion hatte das Schauenburger Gemeindeparlament dem Projekt mehrheitlich zugestimmt. Ein parallel geplanter Windpark auf dem benachbarten Saukopf des Langenbergs wurde hingegen knapp abgelehnt.

Es sei ruhiger geworden um das Projekt, sagt Andreas Fleischmann. Aktuell gebe es kaum Rückmeldungen. In den vergangenen Wochen hatten sich Wanderer allerdings über die umfangreichen Vorbereitungsarbeiten in dem Waldgebiet – etwa das Anlegen von großen Stellflächen für den Kran – beklagt. Auch wurden Wege verbreitert, damit die Transportmaschinen zu den Standorten für die Windanlagen vordringen können. Die Standflächen für die Maschinen und die Wege werden laut Fleischmann nicht zurückgebaut. Diese müssten für mögliche Reparaturarbeiten so erhalten bleiben, sagt der Planer.

Insgesamt habe man aber viele bestehende Wege nutzen können und deren Aufbau sogar noch verbessert. Das komme beispielsweise auch Landwirten und dem Forst zugute.

Das sagt der Ortsvorsteher:

Der erste Turm des Windparks ist derzeit vor allem von Martinhagen aus zu sehen. Ortsvorsteher Günter Hengge (Freie Wähler) meint: Die Stimmung im Ort ist zweigeteilt. Erst wenn die Leute die Höhe der Anlagen sehen, die zu unserem Dorf hin stehen, werden sie sich wieder stärker damit befassen. Letztendlich überwiege aber nach Diskussionen das Verständnis, dass solche Windanlagen aufgrund der Energiewende sein müssen.

Von Sven Kühling

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