Windpark am Lindenberg: Montage in über 140 Metern Höhe

Wenige Momente vor dem Aufsetzen und Verschrauben des Rotorblatts mit der Rotornabe: In der luftigen Bauhöhe von 141 Metern erwartet ein Monteur den 58 Meter langen Windflügel. Fotos: Wohlgehagen

Schauenburg. Jetzt hat alles gepasst: Bei Sonnenschein, blauem Himmel und Windstille ist am Montag eine weitere Windkraftanlage im Windpark auf dem Lindenberg komplett fertiggestellt worden.

Es gelang den Spezialisten-Teams, alle drei Rotorblätter einzeln mit dem Maximum-Kran bis 18 Uhr auf die Bauhöhe von 140 Metern zu hieven und dort mit der Nabe zu verschrauben. Wenn das Wetter mitspielt, soll der Kran bis Donnerstag an den benachbarten dritten der insgesamt sechs Aufstellorte im Windpark umgesetzt werden. Mit dem zweiten Kran werden seit dem gestrigen Dienstag an der Anlage im Wald die weiteren Turm- und Maschinenbauteile aufgesetzt.

Das Bereitstellen der jeweils 58 m langen Windflügel auf noch längeren Schwerlast-Transportern, die vorsichtige Befestigung der Traversen am Boden und der langsame, millimetergenaue Hubvorgang mit dem Aufsetzen in luftiger Höhe wurden am Montag von zahlreichen Schaulustigen begleitet: „Nur ein Specht macht schönere Geräusche“, sagte ein begeisterter Besucher, als das erste Rotorblatt mit weithin hörbarem Knattern der Schrauben fest mit der Rotornabe verbunden wurde.

Am Boden ging nicht alles glatt. Als sich eine Transportsicherung an einem der drei Windflügel nicht lösen ließ, mussten Mitarbeiter des Errichtungsteams auf das Rotorblatt steigen, um den Bügel mit einigen kräftigen Hammerschlägen gangbar zu machen.

Fotos von Montage & Aufstellungsphase

Windpark Schauenburg - Montage und Aufstellungsphase

„In der Bauhöhe drehen wir das Maschinenhaus nach dem Aufsetzen des Rotorblatts aus der Traverse und bringen sie dann mit dem Kran vorsichtig wieder nach unten“, sagte Nordex-Bauleiter Frank Ruppersberg, der alle Hubvorgänge des Krans mit zwei Seilen vom Boden aus absichern ließ. Diese Absicherung sei wichtig, so der Bauleiter weiter, um die Windflügel beim Anheben nach oben in ihrer Position zu halten und Kollisionen mit dem Turm auszuschließen.

Die Technik bei der Aufstellung von Windkraft-Anlagen sei heute viel ausgefeilter, die Anlagen seien auch hinsichtlich der Höhen und Auslegung mit Projekten aus den 1980er-Jahren nicht mehr vergleichbar, sagte Professor Dr. Ing. Siegfried Heier (Baunatal, 69) an der Baustelle. Der prominente Besucher hat sich bis 2011 an der Universität Kassel, auf Auslandsreisen, bei Vorträgen und als Autor intensiv mit der Forschung und Entwicklung der Windenergie befasst.

„Das brauchen wir alles nicht“, sagte Besucher Edgar Merklein, der den Einsatz alternativer Energien heftig kritisierte. „Der CO2-Anteil in der Luft ist mit drei Promille verschwindend klein“, deshalb trete er für die Nutzung der Kernenergie und den Einsatz von russischem Gas ein, sagte der 76jährige Rentner aus Burghasungen.

Von Hans Peter Wohlgehagen

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