Vorbereitungsarbeiten laufen

Windräder auf dem Lindenberg: Investor hofft auf Anschluss noch 2014

Windräder im Wald: So sieht ein Teil der Anlage der Städtischen Werke in der Söhre aus. Ähnlich könnte auch das Bild auf dem Lindenberg bei Schauenburg sein. Die Rororspitzen sind 200 Meter hoch. Foto: Kühling

Schauenburg. Der geplante Bau des Windparks am Lindenberg bei Breitenbach wird jetzt zum ersten Mal für die Menschen aus der Umgebung sichtbar. Erst kürzlich wurde die Anlage für fünf 200 Meter hohe Rotoren (Nabenhöhe 140 Meter) vom Regierungspräsidium Kassel genehmigt.

Jetzt finden im Bereich des Waldgebietes zwischen Autobahn 44 und Schauenburg umfangreiche Vorbereitungsarbeiten statt. Nach Angaben des Investors, der nordfriesischen Firma GP Joule, werden breite Zufahrtswege und Stellplätze für die Baumaschinen angelegt. Dafür werde auch Wald gerodet.

„Wir mussten bis Ende Februar fertig sein“, sagt Andreas Fleischmann, Projektentwickler bei GP Joule. Ab März dürfe man nicht mehr in den Wald. Erst ab Mitte April könne das Unternehmen die Arbeiten auf dem Lindenberg fortsetzen.

Die derzeit in Berlin diskutierte weitere Drosselung der Einspeisevergütung für Strom aus Erneuerbaren Energien spielt beim Zeitplan von GP Joule eine Rolle. Das Unternehmen werde versuchen, die Windräder noch in diesem Jahr ans Netz zu bekommen, sagt Fleischmann mit Blick auf die Variante, dass möglicherweise ab 2015 weniger Geld für Windenergie gezahlt wird. „Natürlich haben wir auch ein wirtschaftliches Bestreben, das 2014 noch zu schaffen“, sagt er.

Problematisch ist für Investoren die lange Lieferzeit von Windkraftanlagen dieser Größe. Schließlich bestelle eine Firma die Windräder erst beim Hersteller, wenn die Genehmigung auf dem Tisch liege, erklärt der Projektentwickler. GP Joule rechnet nun mit einer Lieferzeit beim Hersteller Nordex von zehneinhalb bis elf Monate. Für den Aufbau auf dem Lindenberg veranschlagt das Unternehmen drei bis vier Wochen.

Bei Schauenburg entstehen ähnliche Windräder, wie sie Ende 2013 in der Söhre und auf dem Sandershäuser Berg in einem Projekt der Städtischen Werke Kassel in den Himmel gewachsen sind. Dort wurden die Arbeiten jüngst wieder aufgenommen, weil in einen Flügel der Windräder des Herstellers Vestas ein Blitz eingeschlagen und diesen beschädigt hatte (HNA berichtete). Dieser muss nun ausgetauscht werden. Andere Flügel werden umlackiert, weil sie nicht die richtige rot-weiße Kennzeichnung aufweisen.

Die Firma GP Joule pachtet das Gelände bei Breitenbach von einem Hoofer Landwirt und von der Gemeinde Schauenburg. Vier Windräder sollen im Wald aufgestellt werden, eines steht auf einer freien Fläche vor dem Walgebiet.

Die Rotoren sollen nach Angaben des Schauenburger Rathauses einen Mindestabstand zu den Ortschaften Martinhagen und Breitenbach von mindestens 1000 Metern haben.

Von Sven Kühling

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.