Bürger fürchten Gesundheitsschäden

Schauenburg: Widerstand gegen Rotoren wächst

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Gegen das Projekt: Elmshagens Ortsvorsteherin Alexandra Werner, Dr. Gerhard Göbel, Götz Bock und Christina Drüke-Noe wollen den Aufbau der Windräder verhindern.

Schauenburg. Zwei bis zu 200 Meter hohe Windkraftanlagen sollen auf dem Saukopf zwischen Elmshagen und Breitenbach entstehen. Gegen das Projekt des Hoofer Landwirts Burkhard von Kieckebusch regt sich inzwischen heftiger Widerstand in beiden Schauenburger Ortsteilen. Bürger befürchten unter anderem gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Infraschall.

Mehrere Aspekte sprächen gegen das Vorhaben, sagt Götz Bock. Der Elmshagener gehört zu einer Gruppe von Bürgern, die sich derzeit als Bürgerinitiative gegen den Aufbau der Windräder auf dem nahen Langenberg formiert. Laut Elmshagens Ortsvorsteherin Alexandra Werner (SPD) geschieht das in gleichem Umfang im Nachbarort Breitenbach.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfehle, dass ein Abstand solcher Anlagen zur Wohnbebauung aufgrund von möglichen Gefahren durch Infraschall von 2000 Metern eingehalten werde, sagt Bock. Diese Entfernung werde in dem vorliegenden Fall deutlich unterschritten, betonen auch Dr. Gerhard Göbel und Christina Drüke-Noe.

Planer Burkard von Kieckebusch hatte kürzlich die Abstände der Rotoren zur Wohnbebauung von Elmshagen mit 950 bis 1100 Metern und nach Breitenbach mit 870 bis 1050 Metern angegeben.

Alte Vorschriften

Nach den neusten Vorschriften der Aufsichtsbehörden würden die Anlagen übrigens nicht mehr genehmigt. Die Mindestabstände wurden hoch gesetzt. Mittlerweile muss die Entfernung zu Wohnhäusern laut Regierungspräsidium mindestens 1000 Meter betragen. Die Planung der Türme auf dem Saukopf falle allerdings noch unter die alten Bestimmungen, erklärt Göbel. „Wenn die Anlagen stehen, sind die Standads also schon überholt.“

So könnte es aussehen: Diese Fotomontage zeigt den Blick auf Elmshagen und den Saukopf. Auf dem bewaldeten Hügel sollen zwei Windkraftanlagen entstehen. Die Gegner befürchten Beeinträchtigungen aufgrund von Schall. Auch das Landschaftsbild werde erheblich gestört, sagen sie.

Kritisch sehen die Gegner zudem die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes rund um den Saukopf. „Das ist für Elmshagen das Naherholungsgebiet“, sagt Göbel. „Erholung wird dort massiv beeinträchtigt.“ In der Kritik steht da vor allem die Dimension der Windräder. Mit einer Nabenhöhe von 140 Metern erreichten die Rotorspitzen knapp 200 Meter. „Viele hier wissen gar nicht, wie hoch die werden“, sagt Drüke-Noe.

Von Sven Kühling

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