Sparbemühungen erleiden Dämpfer

Schauenburger Haushalt: Defizit wächst auf 1,3 Mio. Euro

Weiter unter Spardruck: Das Schauenburger Rathaus in Hoof (unten im Bild). Die Gemeinde hat in den nächsten Jahren wohl weiterhin mit einem defizitären Haushalt zu kämpfen. Archivfoto: Prall

Schauenburg. Die Gemeinde Schauenburg hat bei ihren Sparbemühungen einen Dämpfer erlitten. Das Defizit im Haushalt steigt von 2013 auf 2014 um weitere 450.000 Euro auf 1,3 Millionen Euro an. Die Zahlen nannte Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU) jetzt bei der Vorstellung des Haushaltes im Gemeindeparlament.

Noch im vergangenen Jahr hatte das Rathaus vorsichtigen Optimismus bei der Entwicklung der Gemeindefinanzen versprüht. Gimmler war sogar davon ausgegangen, dass das Haushaltsloch bis 2018 ganz verschwinden könnte. Für 2014 war vor einem Jahr eine Defizit von nur 0,6 Millionen Euro prognostiziert worden.

Nach den neuen Bedingungen rechne sie mit einem ausgeglichenen Etat erst im Jahr 2021, sagte Gimmler. „Einfach wird dieser Weg jedoch nicht.“ Sollte trotz aller Anstrengungen es nicht möglich sein, die Fehlbeträge dauerhaft zu senken, werde im Haushaltssicherungskonzept die Erhöhung der Grundsteuer vorgeschlagen.

Als Grund für die negative Entwicklung nannte die Verwaltungschefin vor allem steigende Ausgaben im Personal- und Versorgungsbereich. Ab 2014 greife ein neuer Tarifvertrag, erläuterte sie. Mehr Geld muss für die Mitarbeiter der Verwaltung hingeblättert werden. Aufgrund neuer Gesetze für die Betreuung von Kindern unter drei Jahre mussten zudem vier neue Stellen im Bereich der Kindergärten geschaffen werden. Und die Gemeinde beschäftigt wieder einen Auszubildenden.

Insgesamt betragen die Personalkosten 5,12 Millionen Euro. Allein für den Bereich Kinder-, Jugend- und Familienhilfe gibt die Kommune 2014 insgesamt 1,5 Millionen Euro aus. Zum Vergleich: Der Bauhof der Gemeinde benötigt lediglich 670.000 Euro.

Einnahmen stagnieren

Gimmler verwies darauf dass die Einnahmen aus Steuern bis 2017 weitestgehend stagnieren. „Das sind jedenfalls die Ergebnisse der Steuerschätzungen, die wir jährlich vom Hessischen Städte- und Gemeindebund geliefert bekommen“, sagte sie. Weiter Einbrüche bei den Zuweisungen könnten sich ergeben, weil die Gemeinde möglicherweise unter die 10.000-Einwohner-Marke rutsche.

Aufgrund der schwachen Finanzlage fallen die Investitionen spärlich aus. Als größte Punkte nannte die Bürgermeisterin die Erneuerung der Straße Bornwiese in Hoof, die Anschaffung des Digitalfunks für die Feuerwehr sowie den Kauf neuer Fahrzeuge für die Barndschützer.

Das letzte Wort - auch über mögliche Sparschritte - haben die Gemeindevertreter. Diese sollen das Zahlenwerk in ihrer Sitzung am 19. Dezember beraten und beschließen.

Von Sven Kühling

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