Kirchturm von Mönchehof muss dringend saniert werden – Eine Spendenaktion ist angelaufen

Das Schieferdach ist marode

105 Jahre Kirche in Mönchehof: Hoch in den Himmel ragt der mit Schiefer verkleidete Kirchturm. Aber der Schiefer und die darunter liegende Holzverschalung müssen komplett erneuert werden. Fotos: Wewetzer

Espenau. Die Landeskirche ist finanziell klamm, und bei den Kirchengemeinden reicht das Geld oft nur noch dazu, die laufenden Kosten zu decken.

Die Folge: Fallen Sanierungsarbeiten an, ist das meist nur mithilfe von Spendengeldern zu schaffen. Das gilt auch für die Kirchengemeinde Mönchehof. Für die Erneuerung der maroden Schieferverkleidung des Kirchturms wurde am vergangenen ersten Advent zu Beginn des neuen Kirchenjahres eine solche Aktion gestartet.

Geschätzte 100 000 Euro müssen nach Aussage von Pfarrer Heinz-Herbert Ley in die Sanierung investiert werden. Nur wenn die Kirchengemeinde die Hälfte der Summe, also 50 000 Euro aufbringt, steuert die Landeskirche die restlichen 50 Prozent als Zuschuss bei.

105 Jahre alt wird in diesem Jahr die Mönchehofer Kirche, auf rund 80 Jahre alt schätzt Pfarrer Ley den Schiefer. 2001 war zum letzten Mal ein Dachdecker zum Turm hinaufgestiegen und hatte schadhafte Teile ersetzt. „Aber jetzt ist reparieren nicht mehr möglich“, weiß Ley.

Der Turmschiefer und auch die darunter liegende Holzverschalung müssen ersetzt werden. Laut Ley eine Herausforderung, da der Turm auf dem Dach sitzt und nur durch eine aufwendige Gerüstkonstruktion erreicht werden kann.

Info über Spendeneingänge

Um die Kirchgänger auf dem neuesten Stand der Spendeneingänge zu halten und die Aufmerksamkeit für die Aktion möglichst langfristig zu erhalten, wurde im Vorraum zum Kirchenschiff ein hoher Glaszylinder aufgestellt. Einlaufende Spenden werden laut Pfarrer Ley jeweils in eine bestimmte Menge Sand umgewandelt, die dann in den Zylinder gefüllt wird. An einer daneben angebrachten vertikalen Holzleiste können die Gemeindemitglieder anhand der aufgemalten Zahlen immer den jeweiligen Spendenstand ablesen. „Wir wollen damit sichtbar machen, dass es vorangeht“, sagt der Pfarrer.

Zur Unterstützung der Aktion soll im Frühjahr auch ein Spendenbrief verschickt werden. Und zum Gemeindefest im August plant Ley ein „Kirchturmgucken“, bei dem Interessierte mit einem Hubsteiger die Schäden persönlich in Augenschein nehmen können. Spätestens 2014 soll dann mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden. Danach, hofft der Pfarrer, „haben wir die nächsten 100 Jahre wieder Ruhe“.

Dass der Kirchenvorstand bei Bedarf auch gern auf Eigeninitiative setzt, demonstrierte er zum Beispiel eindrucksvoll im August 2007, als der komplette Innenraum der Kirche renoviert wurde. 15 000 Euro waren damals aus Spendengeldern zusammengekommen, auf noch einmal 15 000 Euro wurde der Wert der Eigenleistungen geschätzt. 656 Stunden wurden abgeleistet.

Von Stefan Wewetzer

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