Heimatmuseum Espenau in Hohenkirchen zeigt Arbeitsgerät zum Schärfen von Werkzeugen

Dem Schleifstein fehlt das Äffchen

Antrieb mit der Kurbel: Schleifstein im Dachgeschoss des Heimatmuseums Espenau in Hohenkirchen. Fotos:  Wienecke

Espenau. „Fehlt eigentlich nur noch das Äffchen“, sagt Museumsleiter Siegfried Lange, als er den Schleifstein im Heimatmuseum Espenau in Hohenkirchen zeigt. Grund genug, einmal zu hinterfragen, wie der sprichwörtliche Affe ursprünglich auf den Schleifstein gekommen ist.

Der Beruf des Scherenschleifers ist heute fast ausgestorben, da Messer und Scheren meist neu gekauft werden, wenn sie nicht mehr funktionieren. Früher wanderten die Scherenschleifer über das Land und boten ihre Dienste zum Schleifen von Dolchen, Messern und Scheren an. Manche von ihnen hatten als Publikumsmagneten ein dressiertes Äffchen dabei.

Das Tier saß dabei nicht nur auf dem Schleifstein, sondern hüpfte auch auf dem sich beim Schleifen drehenden Stein auf und ab. Daraus ergab sich später die Radfahrer-Redensart „Er sitzt da wie ein Affe auf dem Schleifstein“.

Werkzeuge wie Sensen und Sicheln wurden mit Wetzsteinen, flachen Steinen aus mineralischen Bestandteilen, geschärft. Ursprünglich wurde harter Kieselsandstein verwendet, später beschichtete man die Steine künstlich mit Korundpulver. Die farblichen Spielarten dieses Minerals sind der rote Rubin und der meist blaue Saphir. Sie entstehen durch Beimengungen von Chrom, Titan oder Eisen.

Das Heimatmuseum Espenau in Hohenkirchen, Am Kirchberg 4, ist jeden ersten Sonntag im Monat von 14.30 bis 17.30 Uhr oder nach Vereinbarung geöffnet. Eintritt frei. Kontakt und Führungen: Siegfried Lange, 05673/7916, im Internet: www.espenau.de

Von Bettina Wienecke

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