Schleuse in Wilhelmshausen jetzt repariert

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Nichts ging mehr: Seit Dienstag konnte kein Schiff die Schleuse Wilhelmshausen passieren, da die Steuerungstechnik ausgefallen war. Gestern Nachmittag sollte der Defekt behoben sein.

Fuldatal. Es hätte durchaus noch schlimmer kommen können, sagt Diplom-Ingenieur Pierre Martin. Der Experte einer Fachfirma aus Brandenburg sorgte gestern dafür, dass die Schleuse Wilhelmshausen wieder ihren Betrieb aufnehmen konnte. Seit Dienstag ging dort nämlich nichts mehr.

Dass die Steuerungstechnik komplett ihren Dienst versagte, bemerkte an jenem Morgen Frank Gessner, zuständiger Elektriker beim Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Hann. Münden. Ein Schiff habe flussab Richtung Hann. Münden schleusen wollen, sagt Gessner. Vor der Ausfahrt aus der Kammer verhakte sich ein Holzklotz mit einem der Tore. Die Störungsmeldung alarmierte den Elektriker. Er habe dann die Schleuse vom Steuerstand aus regeln wollen, der aber nicht mehr funktionierte. „Zum Glück hatte sich das Tor so weit geöffnet, dass das Boot herauskam.“

Gestern also reiste Ingenieur Martin von jener Firma an, die die Technik seinerzeit installiert hatte. Das Panel mit Bildschirm, Knöpfen und Computerprogramm ist allerdings inzwischen überholt. „Es gibt keine Ersatzteile mehr“, betont Martin.

Daher entschloss sich das WSA, eine von zwei intakten Steuereinheiten der Schleuse Wahnhausen in Wilhelmshausen zu verwenden. Schließlich sollte die Schleuse schnell wieder funktionieren, da am Wochenende die Boots-Demo zum Erhalt der Kasseler Schleuse geplant ist. An der wollten auch Wassersportler aus Hann. Münden teilnehmen, sagt Rolf-Dieter Summa, zuständiger Leiter des Außenbereichs beim WSA.

So speiste gestern der Computer-Experte aus Brandenburg zunächst die Software von Wilhelmshausen in das intakte Panel aus Wahnhausen ein. Das Programm hatte er per altem Laptop „aus dem Firmenfundus“ mitgebracht - „das läuft noch mit Windows 2000“. Denn nicht nur die Panel, auch die Programme zum Steuern von Schleusen haben sich längst geändert, sagt Martin.

Das alte Programm auf alter Technik neu zu überschreiben, klappte. „Das hätte auch schiefgehen können. Dann hätten wir zwei kaputte Panels gehabt“, betont Martin. Anschließend wurde die Steuereinheit aus dem Bedienhäuschen in Wahnhausen aus- und am Steuerstand in Wilhelmshausen eingebaut, Parameter eingeben und fertig.

Das WSA überlegt jetzt laut Summa, die alten Bedienpanel gegen neue mit Touchscreen auszutauschen. Entschieden sei dies noch nicht. Da jedes Gerät 10.000 bis 20.000 Euro koste, könne dies auch nur über eine längere Zeitspanne geschehen.

Die Schleusen in Fuldatal

Die Schleusen in Wahnhausen und Wilhelmshausen sind sogenannte Selbstbedienungsschleusen, deren Betrieb von den Bootsführern über Zuschalter an Ober- und Unterwasser ausgelöst wird. Dann läuft das Schleusen automatisch mit jeweiligen Hinweisen an die Bootsführer. Fahrgastschiffe lösen den Vorgang per SMS aus.

Zusätzlich gibt es Steuerstände, um die Schleusen zu bedienen. Die vorhandene Technik wurde in den Jahren 1999 und 2000 eingebaut. (mic)

Von Michael Schräer

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