Politische Zukunft Rainer Pfeffermanns weiterhin ungewiss

Rainer Pfeffermann

Kreis Kassel. Weiterhin ungewiss ist die politische Zukunft des SPD-Politikers Rainer Pfeffermann. Ein erstes Gespräch mit SPD-Kreischef und Landrat Uwe Schmidt verlief ohne konkretes Ergebnis.

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Schmidt hatte Pfeffermann ein Treffen zugesagt, falls die Freisprüche wegen sexueller Nötigung in zwei Fällen rechtskräftig würden. Das war im März der Fall. „Wir haben ein konstruktives, offenes Gespräch geführt und sind uns einig, dass ein Neuanfang für Rainer Pfeffermann im SPD-Unterbezirk Kassel-Land möglich ist“, fasste Schmidt gestern das Gespräch zusammen.

Das bedeutete aber nicht, dass er dem ehemaligen Ahnataler Kreistagsmitglied und früheren Bundestagskandidaten eine konkrete Funktion in Aussicht gestellt hätte: „Es wurden keine Forderungen gestellt, und es gibt auch keine Versprechen“, stellte der Landrat klar. Denn auch wenn es in der Öffentlichkeit zum Teil anders vermutet werde, mache der Unterbezirksvorsitzende keine konkreten Versprechungen, wenn es um die Besetzung von Positionen gehe. Es stehe Pfeffermann jedoch frei, „sich auf jede Funktion im Unterbezirk zu bewerben“ und sich entsprechende Mehrheiten zu suchen. Das gerichtliche Verfahren sei abgeschlossen, deswegen gebe es „keine Nachverurteilung durch die Partei“, betonte Schmidt. Ob sich Pfeffermann um eine neue Funktion bewerben werde, sei im Gespräch jedoch offen geblieben.

Anwalt Axel Dohmann, der Pfeffermann vor Gericht vertreten hatte, bestätigte die „nette Unterhaltung in guter Atmosphäre“, ohne dass Beschlüsse gefasst worden seien. Auch Dohmann betonte auf HNA-Anfrage, dass Pfeffermann „keine konkreten Forderungen stellt“. Die richtige Adresse, um konkret zu werden, sei eher der SPD-Bezirksvorsitzende Manfred Schaub als Schmidt, der ja „nur“ Unterbezirksvorsitzender sei.

Manfred Schaub wollte sich gestern zwischen zwei Sitzungsterminen zum Inhalt des Gesprächs zwischen Landrat und Pfeffermann nicht äußern. Nur so viel: „Wenn es gewünscht wird, werde ich mich einem Gespräch nicht verweigern.“

Rainer Pfeffermann selbst war gestern nicht zu erreichen. (swe)

Nur noch nette Floskeln

Stefan Wewetzer über die Zukunft von Rainer Pfeffermann

Nur als verbales Schattenboxen, bei dem keiner dem anderen weh tun wollte, muss das Gespräch zwischen SPD-Kreischef Uwe Schmidt und Rainer Pfeffermann gewertet werden. Denn Schmidt wird sich hüten, dem Ahnataler konkrete Zusagen zu machen. Die SPD will das Kapitel Pfeffermann abschließen - Freispruch hin oder her. Und der Genosse ist nicht in der Position, um Forderungen stellen zu können.

Auch vom SPD-Bezirksvorsitzenden Manfred Schaub wird Pfeffermann bestenfalls nur unverbindlich formulierte Nettigkeiten zu hören bekommen.

Was sich hinter den netten Floskeln des Landrats verbirgt, ist unzweideutig: Pfeffermanns einzige Chance ist der dornige Weg durch die Institutionen, um vielleicht wieder ein Pöstchen ergattern zu können. Für höhere Weihen wird es nicht mehr reichen. Dafür hat sich Pfeffermann bei den meisten Genossen zu unbeliebt gemacht. swe@hna.de

Von Stefan Wewetzer

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