Landgericht: Trio auch wegen Hehlerei und Betruges verurteilt – Haft zwischen anderthalb und vier Jahren

Schmuckdiebe müssen hinter Gitter

Lohfelden / Söhrewald. Zwei Männer aus dem Landkreis hatten ihr Glück in München gesucht und vermeintlich auch gefunden: Bei mehreren Einbrüchen machten sie dort fette Beute und ließen Schmuck im Wert von 40 000 Euro mitgehen.

Doch die Polizei kam ihnen auf die Schliche, und so kassierte ein 31-Jähriger aus Lohfelden am Montag vor dem Landgericht vier Jahre und drei Monate, sein 42-jähriger Kumpan aus Söhrewald bekam vier Jahre Haft. Der 46-jährige dritte Angeklagte aus Sontra kam mit anderthalb Jahren davon, er hatte ihnen die Beute abgekauft. Vieles von dem, was die Staatsanwaltschaft dem Trio vorgeworfen hatte, ließ sich am Ende nicht beweisen. So hatte es in der Anklage geheißen, der Schmuckhändler aus Sontra habe die beiden anderen dazu angestiftet, bei einem Geschäftsmann eine größere Menge Schmuck aus einem Wohnhaus in Sontra zu stehlen. Die Beweislage war in diesem Fall so dünn, dass alle drei freigesprochen wurden.

Dem 31- und dem 42-Jährigen hatte die Staatsanwaltschaft zudem zur Last gelegt, einen Tresor mit 118 000 Euro Bargeld aus einem Haus in Leverkusen gestohlen zu haben. Dafür gab es „erhebliche Indizien“, doch „keine stichhaltigen Beweise“, sagte Richter Jürgen Stanoschek.

Klarer war die Beweislage bei diversen Einbrüchen, die die beiden aus dem Kreis Kassel in München begangen hatten. Mit simplen Mitteln, unter anderem einem Schraubenzieher, hebelten sie dort Fenster oder Terrassentüren auf und bedienten sich in den Wohnungen. Die Polizei hörte ihre Telefone ab und stattete ihr Auto mit einem Peilsender aus, und so wurden sie nach einem ihrer Beutezüge festgenommen. Einige ihrer Taten räumten sie vor Gericht auch ein.

Zudem zeigen Videoaufzeichnungen aus dem Geschäft des 46-Jährigen, wie seine beiden Lieferanten in den Laden kommen und ihm die Beute anbieten. Er zahlte ihnen dafür 10 500 Euro. Bei ihm hätten in diesem Moment „die Alarmglocken angehen müssen“, sagte Richter Stanoschek. Seine Bekannten hatten sich bis dahin mit Autoverkäufen mehr schlecht als recht über Wasser gehalten; er habe nicht davon ausgehen können, dass sie sich den Schmuck auf legalem Wege beschafft hatten. Trotzdem sei er auf den Deal eingegangen. Zudem gebe es Hinweise, dass er den in einem Banktresor deponierten Schmuck vor einer Polizeikontrolle beiseite geschafft habe. Und all das kurz nach einer Bewährungsstrafe in anderer Sache. „Der Hehler ist genauso schlimm wie der Stehler“, zitierte Richter Stanoschek den Volksmund. Ein Diebstahl lohne sich erst, wenn der Dieb wisse, wo er seine Beute gewinnbringend loswerden könne.

Seine beiden Geschäftspartner wurden außer wegen der Einbruchsdiebstähle auch wegen Betruges verurteilt, denn sie hatten Verkehrsunfälle fingiert und Versicherungsbeträge kassiert.

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