Drogenbeauftragte Dyckmans startete Kampagne gegen Alkohol und Tabak in der Schwangerschaft

Schon der erste Schluck ist einer zu viel

Sie warnen vor Alkohol in der Schwangerschaft: Apothekerin Kornelia Hellmuth (links) und Mechthild Dyckmans. Foto: Dilling

Schauenburg. Viele Frauen sind heute sehr gesundheitsbewusst. Schwangere fragten häufig bei ihr nach, ob sie bestimmte Medikamente noch nehmen dürfen oder damit das ungeborene Leben gefährden, sagt Kornelia Hellmuth, Chefin der Arnika-Apotheke in Elgershausen und Mitglied des Hessischen Apothekerverbands (HAV). Doch Wein- und Bierkonsum spielten bei den Gesprächen am Verkaufstresen kaum eine Rolle.

Das will die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP) aus Kassel, ändern. Sie hat eine Aufklärungskampagne gegen Alkohol, Tabak und Medikamentenmissbrauch in der Schwangerschaft gestartet, die von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände unterstützt wird. Gestern brachte sie auch in der Arnika-Apotheke die entsprechenden Flyer vorbei, die in einer Auflage von 260 000 Stück in ganz Deutschland an Apotheken verteilt werden.

Alkohol und Tabak seien schon in geringen Mengen extrem gefährlich für die Entwicklung des Embryos, sagt Dyckmans. Pro Jahr würden bis zu 4000 Kinder mit dem sogenannten fetalen Alkoholsyndrom geboren, einer unheilbaren Gesundheitsschädigung. Bis zu 15 000 Neugeborene hätten wegen des Genussmittelmissbrauchs der Eltern zumindest Entwicklungsschwierigkeiten. Deshalb sollten Schwangere ganz auf Wein und Bier verzichten, genauso in der Stillzeit.

Die Apotheke sei der Ort, wo Schwangere am häufigsten über Gesundheitsthemen redeten und sie gleich kompetent beraten würden, sagte die Drogenbeauftragte. Sie wolle auch die Hersteller von Schwangerschaftstests dazu bewegen, Warnhinweise auf die Beipackzettel zu schreiben. (pdi)

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