Bambini-Fußballer des GSV Eintracht sammelten bei Hallenturnier erste Erfahrungen

Schon flink wie Schweini

Gewusel am Mittelkreis: Der dreifache Torschütze Niklas Heiderich (am Ball) kämpft sich durch die Abwehr.

Baunatal. In der Max-Riegel-Halle ist es an diesem Sonntagnachmittag laut. Das Publikum klatscht auf der Tribüne, unten rennen die Großen beim Fußballturnier des GSV Eintracht Baunatal dem Ball hinterher. Nico Wefringhaus hat kaum einen Blick für die Spieler unten. Denn in ein paar Minuten muss er selbst da unten seinen Mann stehen. Aufgeregt? Der Sechsjährige schaut seinen Vater Mario an und nickt verschämt.

Der Junge aus Edermünde-Besse, der noch den Kindergarten besucht und erst seit ein paar Monaten bei den Bambini des GSV spielt, hat noch niemals vor einer Zuschauerkulisse gespielt, wie die meisten der Vier- bis Siebenjährigen des Großenritter Vereins, die in dieser Halle Turnierluft schnuppern sollen. Deshalb ist das Lampenfieber verständlich. Nico verbringt die letzten Minuten vor dem Anpfiff auf dem Schoß seines Vaters. Kneifen wird der Sechsjährige nicht, denn er will einmal Torjäger werden. Der Bayernprofi Bastian Schweinsteiger („Schweini“) sei sein Vorbild, sagt Nico.

Ein paar Plätze weiter vertreibt sich Benedikt Reinke (5) aus Besse die Wartezeit, indem er sich mit seiner Schwester unterhält. Auch er hat zum ersten Mal ein Trikot an. Lampenfieber

„Nö“, sagt Benedikt, obwohl ihn seine roten Backen Lügen strafen. Ihr Sohn habe unbedingt Fußball spielen wollen, erzählt seine Mutter Birgit. Sie weiß, dass auch die Eltern gefordert sind, den Kids beim Überstreifen von Trikots und Stutzen zu helfen und sie zu Auswärtsspielen zu fahren. Das nehme sie gern in Kauf, sagt Reinke und fügt hinzu: „Er hat jetzt einen Sport, der ihm Spaß macht. Das ist das Wichtigste.“

So denken wohl viele Eltern. Denn die Bambini-Gruppe des GSV ist eine Erfolgsgeschichte. Rund 30 Kinder von vier bis sieben Jahren aus Baunatal und Umgebung rennen beim GSV dem Ball nach. Und in der Liga, in der die „älteren“ Bambini spielen, sind sie seit einem Jahr ungeschlagen.

Beim Turnier in der Max-Riegel-Halle geht es den Betreuern Daniel Pape, Oliver Dietrich und Claudio Bonano vor allem darum, dass die noch unerfahrenen Kinder Spielpraxis bekommen und lernen, mit Stress umzugehen. Und Nico erfährt, wie das ist, vor Publikum zu verlieren. Der gegnerische Torjäger, Niklas Heiderich, bereitet dem Torwart von Nicos Team, Alex Speck (7) einen heißen Nachmittag. 1:4 liegen Nico und seine Kameraden am Ende hinten.

Betreuer Pape tröstet die Verlierer. „Die wachsen mit ihren Aufgaben“, sagt er. Mit dem Fußballspielen könne man nicht früh genug anfangen. Das mache Kinder selbstbewusst.

Von Peter Dilling

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