Marktplatz: Schon mit Radiomilch aufgewachsen

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In seinem Element: Mit Lötkolben und Zinn repariert Werner Baus das Schaub-Lorenz Musikcenter mit Radio und Breitbandspeicher für 45 Stunden Musik.

Wer kennt sie nicht, die Fernseh- und Radiomöbelstücke von Blaupunkt, Löwe & Opta, Nordmende, Graetz, Grundig oder Saba? Diese alten Schätzchen sind nunmehr als Liebhaberstücke von Werner Baus aus Eschenstruth zu erwerben.

Dabei macht der Betreiber des Eschenstruther Musik-, Radio- und Kinomuseums deutlich, dass es sich bei den verkauften Stücken nicht um die Museumsstücke handelt, sondern um doppelte Gerätschaften, die in seinem Museum keinen Platz mehr finden. „Der Erlös der verkauften Stücke soll in den Erhalt des einmaligen Museums fließen“, sagt Baus, der das Museum seit mehr als 40 Jahren zunächst in Fuldatal und nunmehr in Eschenstruth betreibt.

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Marktplatz: Schon mit Radiomilch aufgewachsen

Wer kennt sie nicht, die Fernseh- und Radiomöbelstücke von Blaupunkt, Löwe & Opta, Nordmende, Graetz, Grundig oder Saba? Diese alten Schätzchen sind nunmehr als Liebhaberstücke von Werner Baus aus Eschenstruth zu erwerben. Dabei macht der Betreiber des Eschenstruther Musik-, Radio- und Kinomuseums deutlich, dass es sich bei den verkauften Stücken nicht um die Museumsstücke handelt, sondern um doppelte Gerätschaften, die in seinem Museum keinen Platz mehr finden. „Der Erlös der verkauften Stücke soll in den Erhalt des einmaligen Museums fließen“, sagt Baus, der das Museum seit mehr als 40 Jahren zunächst in Fuldatal und nunmehr in Eschenstruth betreibt.

Viel vom Vater gelernt

„Ich bin mit Radiomilch aufgewachsen und Sammler und Bastler aus Leidenschaft“, sagt Baus. Zusammen mit seinem Freund Peter Zimmermann repariert er die alten Radios, Tonbänder und Fernseher und haucht ihnen wieder Leben ein. Dabei hat er die Gene von seinem Vater geerbt, der bereits 1924 eine Amateurfunklizenz erwarb und so mit der ganzen Welt verbunden war. „Das ist wie ein Virus, der sich schon als Kind in mir ausbreitete und mich bis heute nicht mehr loslässt“, sagt der Rentner im Unruhestand. Für ihn sei es Freude pur, wenn er wieder ein Radio aus den Fünfzigerjahren repariert hat und den wunderbaren Klang vernehmen kann. Derzeit bastelt er gerade an einem defekten Musik-Center von Schaub-Lorenz mit kombiniertem Radio und Breitbandspeicher für 45 Stunden Musik. „Das war im Jahr 1965 der Mercedes unter den Radio-Tonbandgeräten und kostete seinerzeit 1500 D-Mark“, sagt Baus.

Für jedes zu reparierende Gerät besorgt er sich zunächst einen Schaltplan und misst die Spannung an den verschiedenen Bauteilen. Das wichtigste Instrument ist dabei der Signalverfolger. Hat er einen Fehler gefunden, lötet er das defekte Bauteil mittels Lötkolben aus und ersetzt es durch ein neues aus seinem umfangreichen Ersatzteillager aus Widerständen, Spulen, Kondensatoren, Transistoren und Röhren.

Dabei hat der 75-jährige passionierte Bastler die gängigsten Röhren auf Lager. Ist eine mal nicht da, hilft ihm das Internet weiter und in wenigen Tagen kann er das Bauteil einbauen. In seinem Fundus der zu veräußernden Stücke befinden sich auch ein Graetz 164 W, wo auf der Skala noch die Rundfunkstation Fritzlar ausgewiesen ist, die seinerzeit über die Mittelwelle zu empfangen war.

Ausgefallene Raritäten

„Das Kleinste ist manchmal auch das Größte“, sagte Baus und zeigt auf die Philetta mit einem wunderbaren Klang. Sie ist für 130 Euro zu erwerben. Die zu veräußerten Geräte liegen zwischen 20 und 300 Euro, wobei viele unter 150 Euro liegen. Neben seiner umfangreichen Radiosammlung bietet Baus auch Fernseher, Tonbandgeräte, Spieluhren und Plattenspieler aus seinem Fundus an.

Eine besondere Rarität ist sicher der tragbare Kofferplattenspieler, der wegen seines Aussehens auch Hutschachtel genannt wird und auf vier verschiedene Geschwindigkeiten einstellbar ist. Auch ein Tefifon mit Radio und Tefi-Kassetten mit vier Stunden Musik ist im Angebot. Für Bastler hat Baus auch defekte Geräte zur Selbstreparatur im Angebot. (znb)

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