Verunreinigung des Areals

Schranke stoppt Lastwagen-Camping bei VW in Baunatal

+
Keine Einfahrt mehr: Schranke und große Steine blocken die Zufahrtsstraße zum Eon-Umspannwerk ab. Früher standen an dieser Stelle immer wieder Lkw-Fahrer mit ihren Lastzügen, die auf das Abladen im VW-Werk warteten.

Baunatal. Vier, fünf Lastwagen standen fast immer auf der Zufahrtsstraße in Richtung Umspannwerk von Eon Mitte bei Kirchbauna.

Das Bild auf dem Weg, der nicht zum öffentlichen Straßennetz gehört, war typisch für die Situation rund um das Gelände des VW-Werkes. Wartende Lkw-Fahrer nutzten das Straßenstück als wilde Parkzone. Wegen Verunreinigung des Areals und Beschwerden der Anwohner hat Volkswagen die Straße nun mit einer Schranke und dicken Steinen verschlossen. Eine Änderung der Gesamtsituation am VW-Standort ist dennoch nicht in Sicht.

In der Tat sei das Gelände bei Kirchbauna, das außen am Zaun zum VW-Werk liegt und dem Autobauer gehört, immer wieder verdreckt gewesen, sagt VW-Sprecher Rudi Stassek. Teilweise habe wohl mancher Brummi-Fahrer den Bereich des Zaunes entlang des VW-Geländes sogar als Toilette genutzt. „Anwohner und Spaziergänger haben sich darüber beschwert.“

Und nicht nur bei Kirchbauna stehen die Lastwagenfahrer mit ihren tonnenschweren Trucks, die bei VW be- oder entladen werden sollen. Auch am Baunataler Parkstadion, auf den Straßen rund ums Original-Teile-Center (OTC) und sogar auf Parkplätzen an der Konrad-Adenauer-Straße in Kassel haben viele die campierenden Lkw-Fahrer schon registriert.

Andrang: Vor der Verladestation Cross-Dock am OTC von VW geht es häufig eng zu. Die Stellplätze für Lastwagen sind knapp.

Volkswagen ist sich durchaus über die Problematik bewusst. Wenn man die Schwierigkeiten an einer Stelle löse, sagt Stassek, tauchten sie an einer anderen Stelle wieder auf. „Wir versuchen die Fahrer anzuweisen, dass sie zu der ihnen angegebenen Uhrzeit ankommen.“ Dann ergebe sich keine Wartezeit.

700 Lkw-Bewegungen finden nach Angaben des Sprechers täglich rund um den Baunataler VW-Standort statt. Demgegenüber bietet der Konzern relativ wenig Warteplätze an. Am Tor Süd gibt es zwölf Stellflächen, an der Verladestation Cross-Dock oberhalb des OTC sind es 24 und entlang der Straßen am OTC etwa zehn.

Mehr zu VW lesen Sie im Regiowiki

Grundsätzlich sieht sich der Autobauer nicht an erster Stelle in der Pflicht etwas zu ändern. Mangelnde Stellflächen für Lastwagen - dabei handele es sich um ein bundesweites Problem, so Stassek. „Die Parkplatzsituation an den Autobahnen ist dem nicht gewachsen“, sagt er. „Wir empfehlen unseren Spediteuren jedenfalls, sich bei Wartezeiten an den Lohfeldener Rüssel oder den Autohof bei Guxhagen zu stellen.“

Auch im Baunataler Rathaus hatten die Verantwortlichen bislang immer auf die bundesweite Problematik verwiesen. Dennoch wolle man verstärkt mit den Speditionen und VW selbst nach Lösungen suchen, sagt Fachbereichsleiter Dietrich Geißer. In dieser Woche finde eine erste Gesprächsrunde mit dem Konzern statt.

Von Sven Kühling

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.