Volkskundliche Sammlung im Hof Helse

Vom Schreiben mit der Gänsefeder

Die Feder und der Federhalter: Karl-Heinz Gauler zeigt im Heimatmuseum, wie früher mit Tusche geschrieben wurde. Foto:  Wienecke

Vellmar. „Gänsekiele waren über Jahrhunderte das einzige Schreibgerät. Sämtliche alte Urkunden wurden damit beschriftet“, berichtet Karl-Heinz Gauler. „Ihre Nachfolger, Stahlfedern und Füllfederhalter, sind vom Aufbau her genaue Nachahmungen der Gänsefeder, die auch ihr Namensgeber ist“, sagt der Museumsleiter der volkskundlichen Sammlung des Geschichtskreises Vellmar.

„Es ist gar nicht einfach, mit einer spitzen Stahlfeder zu schreiben“, fährt Karl-Heinz Gauler fort. „Sie verhakt sich leicht im Papier und versprüht dann feine Tintentröpfchen“, berichtet der Grafiker. „Bis ins 19. Jahrhundert wurden Stahlfedern von Schreibern benutzt. Alle Akten wurden mit ihnen geschrieben, bis irgendwann die Schreibmaschine kam.“

Der Museumsleiter erinnert bei seinen Ausführungen auch an die Figur eines Schreibers im Ägyptischen Museum in Kairo. Sie wird Mitte des 25. Jahrhunderts vor Christus datiert. „Man schrieb damals auf Papyrus“, sagt er über die 51 Zentimeter hohe bemalte Kalksteinfigur im Schneidersitz, die eine Papyrusrolle auf dem Schoß hält. „Er blickt den Betrachter direkt an, sein Ausdruck ist entspannt wie seine ganze Körperhaltung“, heißt es in den Ausführungen des Museums über die gut erhaltene Figur.

Die volkskundliche Sammlung des Geschichtskreises Vellmar im Hof Helse, Alte Hauptstraße 22, in Obervellmar, ist im Winterhalbjahr jeden zweiten Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr sowie nach Absprache geöffnet.

Kontakt und Führungen: Museumsleiter Karl-Heinz Gauler, Tel. 0561/ 82 39 85.

Von Bettina Wienecke

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