Künftiger CDU-Bürgermeister hofft auf Zusammenarbeit mit SPD-Mann – Wahlverlierer lässt Zukunft offen

Schreiber mit oder ohne Exner?

Karsten Schreiber

Fuldatal. Sieg oder Niederlage – je nach Vorzeichen fiel am Sonntagabend die Wahlparty von CDU und SPD nach dem Urnengang um das Bürgermeisteramt in Fuldatal aus. Ausgelassene Feier im Gasthaus Schönewald in Simmershausen bei den Anhängern von Karsten Schreiber (CDU/64,2 Prozent), Enttäuschung und Suche nach Gründen für das schlechte Abschneiden von Klaus Exner (SPD/35,8 Prozent) im TSV-Heim in Ihringshausen.

Bis 2 Uhr am Morgen sei die Party gegangen, sagt Schreiber, der nach eigener Schätzung von 80 Menschen vor dem Gasthaus und weiteren 100 im Innern empfangen wurde. Gratulations-E-Mails, Blumengrüße, die ihm unbekannte Fuldataler an seinem Haus abliefern, er habe den Eindruck, „als stand eine Flasche jahrelang unter Druck, und jetzt ist der Verschluss geplatzt und alles schießt raus“.

Dabei wüssten die Menschen, „was jetzt kommt, wird wehtun“. Schreiber will aufhören mit dem Schuldenmachen und schließt auch drastische Einschnitte bei den Dienstleistungen und Angeboten der Gemeinde nicht aus.

Er weiß, dass er dafür Unterstützung im Parlament und innerhalb der Verwaltung braucht. Wie aber kann dies mit einem Hauptamtsleiter Klaus Exner gelingen, der ihm am Sonntag derart deutlich unterlegen war?

„Klaus Exner ist ein super qualifizierter Verwaltungsfachmann. Mit meinen Ideen und seiner Erfahrung kann Fuldatal einen Schritt nach vorn machen“, sagt der künftige Bürgermeister. Zunächst aber hätten Exner und er im ersten Gespräch vereinbart, sich „ein paar Wochen Zeit zu lassen und dann zu klären, ob und wie es weitergeht“.

Er brauche längere Zeit, um sich zu orientieren, sagte Klaus Exner gestern. Er wolle erst einmal Abstand gewinnen. Kurz nachdem seine Niederlage am Sonntagabend feststand, hatte der Sozialdemokrat noch darauf verwiesen, dass er die vergangenen zwölf Jahre seine dienstlichen Aufgaben loyal erfüllt habe und mit Bürgermeisterin Anne Werderich (FDP) zusammengearbeitet und sie unterstützt habe.

Einen Tag später hört sich Exner anders an. Er brauche Zeit, sich in seiner Rolle zurechtzufinden, „eine Entscheidung ist noch offen“. Ein Abschied aus dem Fuldataler Rathaus somit denkbar. Archivfotos: nh

Von Michael Schräer

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