KSV-Schwimmabteilung baut mit neuem Trainer ihre Nachwuchsförderung aus

Schub für junge Talente

Der Trainer macht es vor: Daniel Reißmann zeigt Doreen Cosic (von links), Till Frambach, Jannes Jäger, Mauritz Lucht, Hannah Bischof, Pauline Feußner, Laura Oppermann und Josephine Brückmann, wie sie beim Kraulen eleganter voran kommen. Fotos: Dilling

Baunatal. Wenn die jungen Schwimmer des KSV Baunatal am Beckenrand des Sportbades mit ihrem neuen Trainer Daniel Reißmann über ihre Fehler beim Kraulen oder Rückenschwimmen reden, sprechen sie besonders deutlich und achten darauf, dass er ihre Mundbewegungen sieht. Denn der 31-Jährige, der schon einige Monate probeweise und seit 1. November mit festem Arbeitsvertrag den Nachwuchs des KSV trainiert, muss den Kindern von den Lippen ablesen, alles genau beobachten: Reißmann ist taub.

Das habe auch Vorteile, sagt der gebürtige Luckenwalder, der in Bad Emstal-Sand wohnt. „Ich habe seit meiner Ertaubung ein sehr gutes Auge für den Schwimmstil bekommen. Ich finde immer eine Schraube, an der man drehen kann, um ein paar Hunderstel Zeit herauszuholen“, sagt er.

Diese Gabe kann der erfahrene Trainer und frühere Student beim KSV Baunatal gut gebrauchen. Denn Reißmann soll als professioneller Trainer den Schwimmnachwuchs fit für die Leistungsgruppe des Vereins machen, sich intensiver um die jungen Talente kümmern, als es die ehrenamtlichen Betreuer in der Abteilung können, und zugleich das Schwimmen im KSV als Breitensport noch attraktiver machen.

„Wir wollen die Kinder so früh wie möglich abholen“, sagt KSV-Präsidiumsmitglied Friedrich Heintzemann, der ebenso wie Lehrer Jens Adler stellvertretender Abteilungsleiter ist.

Dafür hat die Abteilung ein Konzept umgesetzt, das mit Angeboten wie aus dem Baukasten auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten der verschiedenen Altersgruppen zugeschnitten ist.

Es besteht aus einem System von Kursen, an dem schon Zweijährige teilnehmen können, und einem Dutzend Anfängergruppen. Auf diese Weise habe man die Mitgliederzahl der Abteilung in den vergangenen zehn Jahren von 350 auf 450 Schwimmer steigern können. Rund zwei Drittel seien Kinder und Jugendliche, sagt Heintzemann.

Reißmann soll den Talenten, die an der Schwelle zu einer Leistungssportkarriere stehen, den letzten Schliff geben und zugleich den intensiven Kontakt zu den Eltern halten. „Die sportliche Zukunft der Kinder hängt häufig von den Eltern ab“, sagt Jens Adler. Wenn die engagiert seien, behielten die Kinder den Spaß am Schwimmen. Für den soll Reißmann auch mit Freizeitlagern sorgen.

Kooperation mit Schulen

Zulauf bekommt der KSV auch durch die Kooperation mit den Baunataler Schulen, für die sie Schwimm-AGs anbieten. Das vor zwei Jahren mit der Stadt gestartete Projekt Seepferdchen Plus für sicheres Schwimmen von Kita-Kindern ist allerdings in Baunatal noch nicht eingeschlagen. Beim Betriebskindergarten der Kasseler Wingas und der Kasseler Regenbogen-Kita komme das Angebot gut an.

Die Resonanz der Baunataler Kitas sei gering. Das liege wohl an den vielen anderen Bewegungsangeboten, sagt Heintzemann.

Von Peter Dilling

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