Schüler-Aktion in Baunatal: Viehmannshausen lebt

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Begeistert von Viehmannshausen: Loreta Lieber (von hinten links), Michaela Ledderhose, Michael Pflüger, Ria Ahrend und freuten sich über das gelungene Projekt.

Baunatal. Wie lebten und arbeiteten die Kinder im 19. Jahrhundert? Und wie sah es in der Welt von Märchenerzählerin Dorothea Viehmann aus? Das erlebten die beiden dritten Klassen der Stadtpark-Grundschule in Altenbauna hautnah.

Das Spielmobil Augustine und das Stadtteilzentrum haben im Jugendzentrum Second Home ein ganzes Dorf als Erlebniswelt für die Schüler aufgebaut - Viehmannshausen.

Nach einer kurzen Einführung stürmten die Schüler unter lautem Geschrei die einzelnen Stationen. In der Weberei, der Backstube, der Spielzeugwerkstatt und im Gut wird eifrig gebastelt, gemalt und geschrieben. Für die selbst hergestellten Strohpuppen, Seidenblumen und Steckenpferde gab es Geld in Form von Steinen.

Das Besondere an dem Projekt: Nicht die Erwachsenen, sondern Kinder der vierten Klasse der Friedrich-Ebert-Schule in Altenbauna betreuten die einzelnen Stationen und erklärten den Jüngeren, wie man’s richtig macht.

Kinder sind Experten

„Die Kinder sind hier die Experten. Sie tauchen mit allen Sinnen in die Zeit von Dorothea Viehmann ein“, erklärte Loreta Lieber, Leiterin des Spielmobils. In Viehmannshausen gehe es zu wie im wirklichen Leben. Die Schüler erarbeiten sich etwas, bekommen dafür „Geld“ und können dieses dann für Essen ausgeben.

„Der Wert von Dingen wird hier gelernt“, fügt Manuela Döring vom Stadtteilzentrum hinzu. Eine Strohpuppe sei zum Beispiel aufwendig zu basteln. Deshalb gebe es für sie zwei Steine. Nach einer viertel Stunde wechselten die Schüler ihre Station. Eifrig sammelten sie weitere Steine. Einige Schüler saßen derweil schon in der Schenke. Sie legten ihre Steine zusammen, um davon eine große Portion Kekse zu kaufen.

„Man lernt wie die Menschen früher gelebt haben. Die mussten viel arbeiten, um Geld zu verdienen“, sagte die neunjährige Laura. Nach getaner Arbeit haben sich die Schüler die Märchenstunde mit Ria Ahrend, deren Ururgroßtante zweiten Grades Dorothea Viehmann war, wirklich verdient. Kaum fängt die 77-Jährige an vom Grimm-Märchen „Die drei Federn“ zu erzählen, wird es in der Schenke mucksmäuschenstill.

Von Nina Thöne

Fotostrecke: Schulprojekt: Dorf für Dorothea Viehmann

Schulprojekt: Dorf für Dorothea Viehmann

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