Bus überfüllt

Schüler einfach an Bushaltestelle in Schauenburg stehen gelassen

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Kam zweimal nicht mehr in den Bus: EKS-Schüler Alexander Gilch aus Elgershausen. Bei Eis und Schnee wartete er vergeblich auf den nächsten Bus und ging nach Hause.

Schauenburg/Baunatal. „Der erste Bus fährt durch. In den zweiten passen nur noch drei, vier Leute rein.“ Der 13-jährige Alexander Gilch schildert die Situation morgens um kurz nach 7 Uhr an der Bushaltestelle Altenritter Straße in Elgershausen.

Aufgrund des überfüllten Busses auf der neuen Linie 59 kommt eine ganze Reihe von Schülern morgens von Elgershausen nicht zur Erich-Kästner-Schule (EKS) nach Baunatal. Die Jugendlichen bleiben stehen - und das bei eisigen Temperaturen und Schneetreiben.

Die Situation bestätigt auch EKS-Schulleiter Dieter Ernst. „Das ist eine unhaltbare Situation“, sagt er. Er gehe davon aus, dass täglich 15, 16 Schüler aus Elgershausen nicht zum Schulbeginn um 7.35 Uhr nach Baunatal kämen.

Seit dem 9. Dezember gilt der neue Fahrplan des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV). Mit dem Datum wurde die bisherige Linie 58, mit der auch die Schüler aus Schauenburg nach Baunatal fuhren, eingestellt. Seitdem gibt es eine reine Schulbuslinie 59, die von der Busgesellschaft Bonte aus Schwalmstadt im Auftrag des NVV bedient wird.

Zweimal sei er gar nicht mitgekommen, sagt Alexander Gilch zu der Situation, wenn er bei Schneefall auf den Bus wartete und nicht mitkam. Einmal habe er sich gerade noch in den Bus quetschen können, erläutert er. Allerdings seien andere Schüler auch an diesem Tag an der Haltestelle zurückgelassen worden.

Organisiert wird der Schulbusverkehr durch den Landkreis Kassel. Sprecher Harald Kühlborn erklärt, wie es zu der Situation gekommen ist. Bisher habe es um 7.14 Uhr zwei Busse gegeben, die in Elgershausen hielten und zur EKS fuhren. Auf Wunsch mehrerer Eltern habe man einen Bus aus diesem Angebot rausgenommen und bietet neu eine Tour um 7.34 Uhr ab Elgershausen an.

Wunsch der Eltern sei es gewesen, dass die Kinder auch etwas später fahren können, weil es an der EKS einen flexiblen Unterrichtsbeginn gibt, sagt Kühlborn. Dieser Bus komme um 7.43 Uhr an der Schule an. „Vielleicht hat sich diese Verbindung noch nicht so rumgesprochen.“ Kühlborn geht davon aus, dass sich die Situation mit der Zeit entschärft und mehr Kinder den späteren Bus nehmen. „Bis Weihnachten werden wir das nicht ändern“, sagt er. Wenn es dann nicht besser werde, werde der Kreis nach einer Lösung suchen.

Für Alexander Gilch und dessen Mitschüler eine nicht ganz einfache Sache. Nach einer weiteren halben Stunde Wartezeit seien sie von der Bushaltestelle abgerückt. Ein weiterer Bus sei nicht gekommen, sagt der Schüler. Großmutter Helga Gilch sagt: „Der Junge kam völlig durchnässt nach Hause.“

Von Sven Kühling

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