Schüler der Gesamtschule Fuldatal bekommen Einblick in Berufswelt

Arbeit an der Wasseruhr: Ausbilder Jörg Eichwalder von der Gemeinde Fuldatal erklärt Robin Hetzel (von links), Sophie Gewand, Adriana Heyner, Erik Mundt, Pascal Zeretzke und Taha Yilmaz die Aufgaben einer Fachkraft für Wasserversorgungstechnik. Foto: Dilling

Fuldatal. Bürojobs sind unter Jugendlichen heiß begehrt. Und wenn diese auch noch das Volkswagenwerk anbietet, „werden unsere Schüler sofort hellhörig", sagt Christine Saure, Leiterin der Gesamtschule Fuldatal.

Dabei hat VW nur fünf Ausbildungsstellen als Fachkraft für Bürokommunikation ausgeschrieben, sagt Klaus Denn von Volkswagen Coaching. Darauf hätten sich 700 Interessenten beworben. Denn gehörte zu den Betriebs- und Behördenvertretern, die die Schüler der Klassen 8 und 9 beim ersten Berufsinformationstag der Bundesagentur für Arbeit in der Schule über 36 Ausbildungsgänge aufklärten.

„Schüler sind häufig auf ihren Traumberuf und große Firmennamen fixiert und schauen nicht auf die anderen Möglichkeiten.“

Häufig klafft eben zwischen dem Berufswunsch von Schülern und der Ausbildungswirklichkeit eine große Lücke. Sie seien oft auf ihren Traumberuf und die großen Firmennamen fixiert und schauten nicht genügend auf andere Möglichkeiten, die ihren Neigungen und Talenten mehr entsprächen, sagt Saure.

Frühe Unterstützung

Mit einem Konzept zur Berufsorientierung und -vorbereitung unterstützt die Schule erfolgreich die Suche nach der richtigen Ausbildung. Das beginnt bereits in der siebten Klasse mit einem Kompetenz-Test. Wo liegen Stärken und wo Schwächen, an denen man arbeiten muss? Darauf erhalten die Schüler Antworten. Daneben gibt es Bewerbungstrainings, Beratungsstunden der Arbeitsagentur, Praktika und Besuche im Kasseler Bildungszentrum, wo die Schüler ihr Talent in unterschiedlichen Berufsfeldern erproben können. Zusätzlich nimmt die Gesamtschule Fuldatal auch an einem Mentorenprogramm teil.

Lehrer begleiten Schüler

Erfreulich sei, dass immer mehr Schüler freiwillige Praktika in Betrieben absolvierten, betont die Schulleiterin. Dadurch würden sie auch für den Schulunterricht motiviert, da sie dann genau wüssten, was sie zukünftig für die Ausbildung mitbringen müssen.

Inzwischen mache sich auch der Fachkräftemangel schon etwas bemerkbar. Sie erhalte E-Mails von Firmen, die Auszubildende suchen und gleich das Profil des Wunschkandidaten mitliefern, erzählt Saure. Bei Bedarf begleite sogar der Lehrer seinen Schüler mit zur Vorstellung im Betrieb.

Es gebe allerdings immer noch viele Schüler, die die Entscheidung über den späteren Berufsweg so lange wie möglich hinauszögerten, sagt Julia Schöngart, Koordinatorin für die Berufsvorbereitung an der Gesamtschule Fuldatal.

„Ich ermutige sie, eine Ausbildung zu beginnen“, erklärt sie. Wenn Lehrstellenangebote eingehen, hängt Schöngart diese an ein großes schwarzes Brett im Foyer. Nächstes Jahr gibt es eine Chance gleich um die Ecke: Der Eigenbetrieb der Gemeinde Fuldatal sucht dann einen Azubi, der sich zur Fachkraft für Wasserversorgungstechnik ausbilden lässt.

Von Peter Dilling

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