Grundschule Ihringshausen: Tornister für Kinder in Armut

Schüler spenden Ranzen

Spenden statt einmotten: Etwa 30 gebrauchte Schultaschen haben Schüler der Ludwig-Emil-Grimm-Schule gespendet. Auch Sava, Luca, Lucy und Paul (von links) haben ihre Ranzen hergegeben. Organisiert wurde die Aktion von Sabina Klein (hinten Mitte). Gudrun Schmock (links) und Kerstin Hose helfen beim Füllen der Ranzen. Foto: Schilling

Fuldatal. Über 20 Schulranzen stehen in einem Übungsraum der Ludwig-Emil-Grimm-Schule in Ihringshausen. Auf den Tischen liegen Hefte, Federmäppchen, Scheren und andere Schulutensilien bereit.

Sabina Klein, Kerstin Hose und Gudrun Schmock überprüfen, ob in jeder Schultasche die notwendige Grundausstattung steckt. Was fehlt, wird notiert und später nachgefüllt.

Die Tornister sind eine Spende für die Schulranzenaktion der Hilfsorganisation Gain (Global Aid Network). Organisiert wurde die Aktion an der Ihringshäuser Grundschule von Sabina Klein, deren Sohn dort die vierte Klasse besucht.

Die Idee: Gain sammelt gebrauchte Schulranzen, nach Möglichkeit bereits gefüllt mit einer Grundausstattung Schulmaterial. Diese verteilt die Organisation weltweit an Kinder, die nicht zur Schule gehen, weil das Geld der Familie nicht für die Schulausstattung reicht. Zur Unterstützung beim Füllen der Ranzen gibt es eine Liste, auf der alles vermerkt ist, das zur Grundausstattung gehört. Zudem gibt es Vorschläge, was darüber hinaus noch eingepackt werden kann.

„Ich bin über einen Artikel auf diese Aktion aufmerksam geworden“, erklärt Sabina Klein. „Das ist eine super Sache. Die Kinder werden mit einbezogen und für soziale Verantwortung sensibilisiert.“ Die meisten Viertklässler bekommen mit dem Wechsel an eine weiterführende Schule eine neue Schultasche. „Die alten Ranzen landen dann im Keller.“

Eltern informiert

Nicht so in diesem Jahr. Klein stellte das Projekt der Schulleitung und den Klassenlehrerinnen Sandra Czap (4 a) und Sigrid Schaub (4 b) vor, und die unterstützten die Idee. Per Brief und bei Elternabenden informierte die engagierte Mutter die anderen Eltern und bat darum, die alten Ranzen zu spenden, statt sie einzumotten. Mit Erfolg – über 20 Schultaschen wurden bereits abgegeben, andere werden noch hinzukommen. Klein rechnet insgesamt mit etwa 30 Tornistern.

„Die meisten haben gefüllte Ranzen abgegeben“, freut sie sich. Aber auch leere Schultaschen, einzelnes Schulmaterial und Geldspenden sind eingegangen, zum Teil haben sich auch Familien aus anderen Jahrgängen mit Spenden beteiligt.

„Das war eine wachsende Aktion. Am Anfang lief es etwas schleppend, doch dann immer besser“, erklärt Lehrerin Schaub. Je mehr Schultaschen gespendet wurden, desto mehr Kinder hätten ihre auch abgeben wollen.

So wie Paul aus der 4 a. Weil sein alter Ranzen kaputt war, kaufte er mit seiner Mutter zwei gebrauchte Tornister auf dem Flohmarkt und füllte sie mit dem notwendigen Schulmaterial. „Die bekommen Kinder aus armen Ländern, die kein Geld haben. Ich finde es toll, dass Leute so eine Aktion machen. So können diese Kinder auch etwas lernen“, erklärt er begeistert. Und auch seine Klassenkameraden Sava, Luca und Lucy hatten viel Freude dabei, die Ranzen neu zu bepacken. Wenn alle Schultaschen mit der benötigten Grundausstattung gefüllt sind, bringt Sabina Klein sie zur Sammelstelle nach Borken, von wo aus sie weiterverschickt werden.

Info: Sabina Klein bietet Schulen, die sich an der Schulranzenaktion beteiligen wollen, Informationen und Unterstützung an. Kontakt: 0561-819247. Infos über die Hilfsorganisation Gain gibt es im Internet unter www.GAiN-Germany.org

Von Meike Schilling

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