Mint-Projekt bringt Mädchen bei SMA in Niestetal naturwissenschaftliche und technische Berufe näher

Schülerinnen schnuppern Technikluft

Stolz auf das Gelernte: Lisa Mierau (15, links) und Lea Burhenne (14) haben bei SMA diese LED-Lampe gebaut. Vorher hatten sie sich noch nie mit Elektrotechnik beschäftigt. Foto: Kessler

Niestetal. „Ich finde, der Workshop hilft dabei, sich einen Beruf auszusuchen“, sagt Lea Burhenne. Die 14-Jährige aus Bimbach bei Fulda nimmt am Mint-Projekt bei der Solarfirma SMA in Sandershausen teil.

„20 Mädchen aus verschiedenen Orten und Schulen sind in der Kasseler Jugendherberge einquartiert. Von Montag bis Freitag schauen sie sich bei uns die Bereiche Metallverarbeitung, Elektrotechnik, Elektronik und Programmierung an“, erklärt Klaus Hennemann von SMA.

Schon im vergangenen Jahr war eine Mint-Gruppe bei dem Unternehmen zu Gast. Die Teilnehmerinnen bauen eine LED-Lampe, die in jeder beliebigen Farbe leuchtet und beim Einschalten mehrmals die Farbe so wechselt, wie es der Benutzer vorher eingestellt hat. Von der Programmierung bis zur Fertigstellung arbeiten sie an jedem Teil selbst und werden von den Azubis an den verschiedenen Stationen begleitet.

20 Mädchen in der Gruppe

„Vorher dachte ich, mit 20 Mädels in der Jugendherberge gibt es bestimmt einen Zickenkrieg, aber das ist gar nicht so. Wir verstehen uns super“, erzählt Lea.

„Am ersten Tag waren wir an der Programmierstation. Dann haben wir die Platine geätzt und Widerstände aufgelötet“, berichtet die 14-Jährige.

„Im Metallbau haben wir den Fuß und den Hals für die Lampe zugeschnitten und gebogen“, fügt Lisa Mierau hinzu. Die 15-Jährige wohnt in Waldeck-Sachsenhausen und geht zur Gesamtschule Edertal. „Außerdem haben wir die Oberflächen bearbeitet, sodass sie jetzt schöne Muster haben.“

Lisa ist stolz auf die Arbeit, die die Mädchen geschafft haben. „Ich habe so etwas vorher nie verstanden, jetzt habe ich es selbst gemacht“, sagt sie.

Lea macht das Projekt großen Spaß. „Ich hatte vorher nie über solche Berufe nachgedacht. Deswegen ist das hier eine interessante und hilfreiche Erfahrung.“

Lisa hat schon ein Berufspraktikum hinter sich. „Ich finde das Mint-Camp gut, denn wenn man allein als Praktikantin in einer Firma ist, dann macht man nicht solche Projekte.“

„Jede vierte Teilnehmerin hat nach dem Projekt konkretes Interesse, später bei SMA eine Ausbildung zu machen“, erläutert Hennemann. Die Firma habe zwar 220 Auszubildende im technischen Bereich, davon seien aber nur zehn Prozent weiblich. Der Anteil solle künftig steigen. HINTERGRUND

Von Patrick Kessler und Nico Mader

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