Schweizer Dokumentarfilmer Ralph Etter bringt Jugendlichen der Ahnatalschule das Filmen nahe

Schülern erschließt sich eine neue Welt

Erste Übungen hinter der Kamera: Der Schweizer Autor und Regisseur Ralph Etter (32, 3. von rechts) erklärt (von links) Marten Leinhos (15), Christian Sauer (27), Kamil Dariek (24), Henning Seilkopf (16), Antonia Boll (15) und Jennifer Klein (16) die Technik. Foto:  Laumann

vellmar. Ralph Etter hält nichts von langen Vorträgen. Bei ihm geht es direkt in die Praxis: Die Kamera schnappen und losfilmen. „Ich kann viel über Theorie erzählen. Aber man muss selbst erfahren, was geht“, sagt der 32-Jährige. Der schweizer Dokumentarfilmer gastierte für drei Tage an der Ahnatalschule in Vellmar.

Etter weiß, wie ein Film funktioniert. Er studierte Film an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich. Die Werke des Autoren und Regisseurs liefen auf internationalen Filmfestivals.

Sein Vorhaben in Vellmar: zwölf Schüler hinter der Kamera so fit zu machen, dass sie am Ende ein Selbstporträt aufnehmen. Wer bin ich? Was mach ich? Die Schüler lieferten die Antworten. Sie filmten beim Sport, in der Schule, Zuhause – für einen zwei Minuten-Clip.

„Es sollte ein Thema sein, an dem die Schüler nah dran sind“, erklärt Etter. Das meint der Schweizer er räumlich und emotional. Es gehe darum, einen Film zu machen, den sich die Jugendlichen auch in fünf Jahren anschauen. Es gehe um etwas, das die Zeit überdauert.

Jennifer Klein steht zum ersten Mal hinter der Kamera. „Es ist nicht so einfach wie man denkt. Mal ist man zu schnell, mal stört die Sonne“, sagt die 16-jährige Schülerin.

Unterstützt wurde Etter von acht Lehramts-Studenten der Universität Kassel. Sie hatten eine doppelte Rolle: Zum einen haben sie mit den Schülern gefilmt, zum anderen hatten sie die Perspektive der künftigen Lehrer. Für Studenten und Etter war es eine gute Zusammenarbeit. Schüler an die Kamera zu bringen, ist Etter eine Herzensangelegenheit. Er weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist. Als Schüler habe ich mit meiner Schule immer Filmfestivals besucht. „Das hat mir eine neue Welt eröffnet.“

Von Anke Laumann

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