Vellmars Schießsportvereine tauschten Anekdoten aus und zeigten Historisches beim Sommerfest im Hof Helse

Schützenfahne im Bett versteckt

Vellmar. „Zu dieser Fahne gibt es eine besondere Geschichte“, sagt Karl-Heinz Gauler. Der Vorsitzende des Geschichtskreises Vellmar und sein Team präsentierten zum Sommerfest des Vereins eine Sonderausstellung mit Schützenuniformen, Pokalen, Königsscheiben und historischen Unterlagen im Nebenraum des Heimatmuseums im Hof Helse in Obervellmar. Marianne und Kurt Stückrath haben auf einem alten Foto, das aus dem Jahr 1965 stammt, Günter Clobes entdeckt. Er trägt darauf die Vereinsfahne.

„Ich bin seit 1949 Mitglied im Schützenverein Niedervellmar“, erläutert der 84-Jährige. „Unser langjähriger Vorsitzender wurde von allen Onkel Hans genannt“, erzählt er.

„Als die Amerikaner kamen, hat er sich krank gestellt und die Fahne in seinem Krankenlager versteckt.“ Auch der Schützenverein Obervellmar hat Raritäten als Leihgaben zur Verfügung gestellt. Karl-Heinz Büchler zeigt neben der aufwändig bestickten doppelseitigen Vereinsfahne das Protokollbuch aus dem Gründungsjahr 1924. „Wir wurden von Peter Richter vom Geschichtskreis angesprochen, ob wir ausstellen nicht wollen und haben vorgeschlagen, dass sich alle drei Vellmarer Schützenvereine beteiligen“, berichtet er.

In der Kasseler Nordstadt wurde der Schützenverein Hegelsberg-Vellmar 1930 gegründet. Seine Mitglieder haben eine historische Königsscheibe mit einem Jubiläumsmotiv (1809 bis 1909) mitgebracht. „Unser Verein ist 1964 nach Vellmar umgezogen, seit 1976 schießen im Untergeschoss der Sporthalle der Ahnatal-Schule“, berichtet der Vorsitzende Heinz Rauch.

Doch nicht nur die Sportschützen trafen beim Sommerfest ins Schwarze. Viele Gäste blätterten bei Kaffee und Kuchen und Gegrilltem in 15 Ordnern mit Fotos, die das alte Vellmar zeigen. Jutta Menninger notierte als Archivarin des Geschichtskreises gern ergänzende Informationen.

Auch Edith Lewisch aus Obervellmar und Achim Knüppel aus Niedervellmar können viel zu den Bildern zu erzählen. „Wir wussten früher sogar, wie die Pferde der Bauern hießen“, sagt Achim Knüppel.

„Ich habe die ersten zehn Jahre in Obervellmar gelebt“, berichtet der 65-Jährige.

Von Bettina Wienecke

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