Kooperationsvertrag bereitet Kindergartenkinder auf den neuen Lebensabschnitt vor

Schule ist nicht schlimm

Projekt vorgestellt: (von links) Landrat Uwe Schmidt (SPD), Christoph Jöckel (Landratsamt), Krystyna Penkala (Kita Löwenzahn), Ilse Eckhardt (Regenbogenschule) und Bürgermeister Michael Reuter sprechen über die Projekte der Kitas und Grundschulen. Unter anderem haben die Kinder gemeinsam ein Tierbuch erstellt. Foto: Bassing

Lohfelden. Kindergartenkinder in Lohfelden und Vollmarshausen besuchen die Grundschule und lernen kennen, was in den ersten Schuljahren auf sie zukommt. Sie dürfen im Turnunterricht mit den Schülern klettern und im Deutschunterricht Bilder zu den Texten malen, die die Erstklässler vorlesen.

Das alles passiert im Rahmen eines Kooperationsvertrags, den Landkreis, Gemeinde, Schulen und Kitas jetzt erneuert haben. Seit sechs Jahren besteht die Kooperationsvereinbarung in der Gemeinde Lohfelden. Der Vertrag sieht eine „frühe, individuelle, intensive, nachhaltige und kontinuierliche Förderung jedes Kindes“ vor. Konkret heißt das, dass den Kindern der Übergang vom Kindergarten in die Schule erleichtert werden soll.

Durch Projekte versuchen die Kindergärten und Kitas in Lohfelden, den Vorschulkindern die Angst vor der Schule zu nehmen und sie mit der neuen Situation vertraut zu machen. „Die Kindergartenkinder besuchen die Schule, lernen das Gebäude und die neuen Abläufe kennen“, erklärt Christoph Jöckel, der die Kooperationen seitens des Landratsamts betreut.

„Die Kinder wachsen an der Erfahrung und gehen mit dem Thema Schule ganz anders um“, berichtet Krystyna Penkala von der Kita Löwenzahn. Umgekehrt besuchen die Schulkinder auch die Kindergärten und erzählen vom Schulleben. „Auch für sie ist das etwas ganz Besonderes, wenn sie ihren Kindergarten als große Schulkinder besuchen können“, ergänzt Ilse Eckhardt, Leiterin der Regenbogenschule.

Positive Erfahrungen

Das Ziel des Vertrags ist es, Begegnungspunkte zwischen Schule und Kindergarten zu schaffen. „Wir gehen beispielsweise beim Spazierengehen an der Schule vorbei oder besuchen die Schulkinder auf dem Pausenhof“, sagt Claudia Grüneklee, Leiterin der Kita Vollmarshausen. Auf spielerische Weise soll das Thema Schule so in das Leben der Kleinen integriert werden.

Die Rückmeldungen von den Kindern und den Eltern zu den Projekten sind durchwegs positiv. Lehrer und Kindergärtnerinnen pflegen engen Kontakt, um den Kindern den Übergang so einfach wie möglich zu machen. Darüber hinaus gibt es im Rahmen des Kooperationsvertrags auch Fachtagungen für Lehrer und Kindergärtnerinnen, und künftig soll es auch speziell einen Elternabend geben, bei dem sich die Eltern von Kindergarten- und Schulkindern austauschen können. „Mit diesem Projekt hat Lohfelden echte Pionierarbeit geleistet“, lobte Landrat Uwe Schmidt (SPD). Der Kooperationsvertrag habe für viele andere Städte und Gemeinden im Landkreis Anregungen gegeben. Lohfeldens Bürgermeister Michael Reuter (SPD) hatte die Idee für den Vertrag. „Mir war es wichtig, dass wir zeigen, dass Politik die Kinder effektiv unterstützt und dass die Zusammenarbeit zwischen Kitas und Schulen gut läuft.“ So wurde im Mai 2005 die erste Vereinbarung von Bürgermeister, Schulen und Kitas in Lohfelden unterschrieben. Jetzt, sechs Jahre später, wurde der Kooperationsvertrag erneuert, um die Wichtigkeit der Zusammenarbeit zu betonen.

Von Jessica Bassing

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