20 Schulen wurden für 200 Mio. Euro erneuert

Schulsanierung im Landkreis Kassel ist abgeschlossen

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Kreis Kassel. Der Landkreis Kassel hat die Sanierung von 20 großen Schulen in zwölf Städten und Gemeinden abgeschlossen. 200,8 Millionen Euro wurden seit Juli 2006 in die Erneuerung der Schulgebäude gesteckt.

Die IGS Kaufungen wurde wegen ihrer Schadstoffbelastung sogar ganz neu errichtet. Landrat Uwe Schmidt (SPD) bezeichnete das Projekt als einen großen Erfolg, es sichere Schülern und Lehrern beste Arbeitsbedingungen und sei einmalig in der Bundesrepublik.

Der Kreis hatte die Sanierung in einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) mit dem Finanzpartner OFB (eine Helaba-Tochter) und der Gesellschaft für Projektmanagement Hessen-Thüringen GHT verwirklicht.

Der Kreistag habe die Schulsanierung mit einer großen Mehrheit aus SPD, CDU und FDP unterstützt, sagte der Landrat. Grüne und Linke hätten das ÖPP-Projekt abgelehnt.

Das Projekt sei auch wirtschaftlich ein Erfolg, sagte der Kasseler OFB-Chef Jörg Schaal, man sei 13,5 Mio. Euro unter den ursprünglichen Kostenannahmen geblieben.

Möglich sei dies unter anderem durch eine gute Zusammenarbeit mit den Schulen gewesen. So habe man trotz der Sanierung im laufenden Betrieb kaum Ersatzräume anmieten müssen. Auch Synergieeffekte wurden genutzt. So wurden in den 20 Schulen insgesamt 160.000 Quadratmeter an Fußböden erneuert – so groß wie 20 Fußballfelder –, 19.000 Fenster- und Türelemente wurden eingebaut.

Fotos von den sanierten Gebäuden

Schulsanierung im Landkreis Kassel abgeschlossen

Auch die heimische Wirtschaft habe von dem Sanierungsprogramm profitiert, sagte Landrat Schmidt. So seien 80 Prozent der Aufträge an nordhessische Handwerker und Baufirmen vergeben worden. Auch hier konnten Kosten gesenkt werden, fügte Schaal hinzu, weil man im Anschluss an die Ausschreibungen – anders als bei öffentlichen Auftraggebern möglich – Nachverhandlungen geführt habe. „Wir haben aber keine Daumenschrauben angesetzt“, sagte Schaal, sondern man habe fair verhandelt. Das zeige auch die gute Rückmeldung der Handwerksbetriebe.

Mit den neuen, wärmegedämmten Gebäuden spart der Kreis jetzt etwa 50 Prozent der Heizkosten, in Kaufungen fallen sie durch eine Erdwärmeheizung sogar fast ganz weg.

Zum Erfolg tragen schließlich auch die historisch niedrigen Zinsen bei. Zur Finanzierung des Sanierungsprogramms muss der Kreis für 25 bis 28 Jahre 14,7 Mio. Euro pro Jahr an Miete für die Schulen zahlen. Der Kreis nimmt das Geld am Kapitalmarkt auf; die Zinssätze liegen um die zwei Prozent und sind für die gesamte Dauer fest.

Von Holger Schindler

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