1700 Schüler suchten Rat

Schulsozialarbeit: Austausch mit Lehrern wichtig

Kreis Kassel. Wenn heute an 26 Schulen im Landkreis Kassel Schulsozialarbeit zum Angebot gehört, ist das eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. Vor einigen Jahren sah das noch ganz anders aus. Da mussten die wenigen Schulsozialarbeiter Jahr für Jahr zittern, ob ihre Stellen verlängert werden, oder dem Rotstift zum Opfer fallen.

Mittlerweile haben die politisch Verantwortlichen erkannt, welche Bedeutung das Angebot hat. Sozialpädagogische Beratung für Kinder und Jugendliche an Schulen ist nicht mehr wegzudenken. Das zeigen eindrucksvoll Zahlen, die Melitta Schäffer und Nina Schindewolf vorlegen. Demnach suchten im Schuljahr 2011/ 12 knapp 1700 Schüler Rat und Hilfe bei den 26 Schulsozialarbeitern im Landkreis Kassel. Rechnet man Gruppenangebote hinzu, so bilanzieren die verantwortlichen Koordinatorinnen für Schulsozialarbeit beim Landkreis Kassel, klettert die Zahl gar auf 14 000 an. „Die meisten Lehrer sind froh, dass es uns gibt.“

Die Sorgen und Nöte, mit denen sich Kinder oder Jugendliche an die Sozialpädagogen wenden, sind nach Kenntnis Schäffers breit gefächert. So spielen allgemeine Schulangst ebenso eine Rolle, wie Leistungsdruck, Mobbing oder auch Konflikte in der Familie.

Neben dem individuellen Beratungsbedarf unter den jeweiligen Schulen, kommt es auch auf das Alter der Ratsuchenden an, mit welchen Problemen sie sich an ihre Schulsozialarbeiter wenden. Nach Beobachtung Schäffers und Schindewolfs sind es während der Pubertät Konflikte untereinander und Leistungsdruck. Bei den älteren Jahrgängen geht es hingegen mehr um Fragen, die sich auf den Übergang von der Schule in den Beruf beziehen.

Ein enger Austausch zwischen Lehrerkollegium und Schulsozialarbeitern ist nach Auffassung Schäffers für eine erfolgreiche präventive Arbeit unabdingbar. Und das klappt nach ihrer Überzeugung nahezu an allen Schulen gut. „Die pädagogische Ergänzung wird fast ausnahmslos gut angenommen. Wenn es auch nicht überall reibungslos funktioniert, so sind die meisten Lehrer doch froh, dass wir da sind“, formuliert Schäffer diplomatisch.

Eingestanden wird von den beiden Schulsozialarbeit-Koordinatorinnen, dass mit dem bestehenden Angebot nicht alle Probleme an den Schulen abgedeckt werden können. Hinzu komme, dass man in manchen Fällen auf Hinweise angewiesen sei, um überhaupt tätig werden zu können.

Mehr Stellen fordern Schäffer und Schindewolf zwar nicht, aber zusätzliche Unterstützung käme ihrer Arbeit schon zugute, sagen sie. Bei einem derzeitigen Schlüssel, wo ein Sozialarbeiter auf 1000 Schüler kommt, verständlich.

Von Peter Kilian

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