Franz Pyszko aus Nieste berichtete bei einem Ausflug über seine Kindheit

Ein Schultag im Museum

Am Lehrerpult: Franz Pyszko (hinten) erzählte Schülern der Wilhelm-Lückert-Schule aus Kassel im Regionalmuseum in Oberkaufungen von früheren Zeiten. Vorn sind Alyssa Ratto und Yafet Ghebremicael zu sehen (jeweils von links), dahinter Lukas Pyszko und Ananta Auer. Fotos:  Wienecke

Kaufungen/ Nieste. Das Regionalmuseum Alte Schule heißt nicht nur so, es befindet sich auch in der ehemaligen Dorfschule in Oberkaufungen. In dem historischen Klassenzimmer aus der Zeit um 1930 nahmen kürzlich Schüler der Wilhelm-Lückert-Schule aus Kassel Platz. Der Vater von Lukas Pyszko (11), Franz Pyszko (66), sprach dort vom Lehrerpult aus über seine Kindheit und den Schulunterricht in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.

Regelmäßige Exkursionen

„Wir besuchen mit den Kindern bereits regelmäßig den Kinderbauernhof“, erläutert Dietrich Bohse, der die Schüler bei ihrem Ausflug begleitete. Der 57-jährige Lehrer unterrichtet seit 1984 Deutsch, Mathematik, Sachkunde und Sport an der Schule für hör-, sprach- und sehbehinderte Kinder.

Im Regionalmuseum in Oberkaufungen zeigte er seinen Schülern neben den historischen Schulmöbeln den Abakus - eine große mechanische Rechenmaschine - und die alten Schulwandbilder mit Märchenmotiven und der Darstellung des Innenlebens eines Frosches für den Biologieunterricht.

Franz Pyszko begann als 14-Jähriger seine Lehre zum Einzelhandelskaufmann. Später wurde er Großkundenbetreuer beim Weltkonzern Unilever. Er tritt rund 100-mal im Jahr als Büttenredner zur Karnevalszeit auf, mehrfach war er darüber hinaus bereits im Fernsehen zu sehen.

Der Niester startet seine Ausführungen mit dem Klapperstorch und Lebertran. „Franz ist unkonzentriert“, steht in seinem Zeugnis, das er neben alten Fotos zeigt. Der 66-Jährige erklärt, wie der Lehrer seinen Stock benutzte und einen Geigenbogen zum Bestrafen einsetzte. „Die Winter waren viel strenger als heute“, erzählt er und berichtet von langen Schlittenfahrten und wie das mit der Hausschlachtung genau vor sich ging.

Nur ein TV-Sender

Ananta Auer (9), Lukas Pyszko (11), Yafet Ghebremicael (10) und Alyssa Ratto (12) erfahren von ihm, dass die Orgel nur gespielt werden konnte, wenn der Blasebalg auch von Kindern getreten wurde. Im Schwarz-Weiß-Fernsehen gab es einen einzigen Sender, ein Telefon gab es nur bei der Post, bei Firmen oder reichen Leuten. Auch das Plumpsklo, auf dem Zeitungspapier verwendet wurde, beschreibt Franz Pyszko, der von seiner Frau Ursula bei dem Schulausflug begleitet wurde.

HINTERGRUND

STICHWORT

Von Bettina Wienecke

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