Überflutungen stark zurückgegangen

Schutz vor Hochwasser durch Wälle und Mauern

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Idyllisch: Die Bauna fließt unter dem Eisenbahnviadukt in Guntershausen hindurch. Bei Starkregen besteht die Gefahr der Überflutung. Auch diese Fußgängerbrücke wird abgerissen. Fotos: Kühling

Baunatal/Schauenburg. Der starke Regen in den vergangenen Tagen hat in vielen Orten zu Überschwemmungen geführt - beispielsweise in der Gemeinde Niestetal. Entlang der Bauna im Bereich der Kommunen Schauenburg und Baunatal gab es hingegen nichts.

Überflutungen sind dank zahlreicher moderner Schutzeinrichtungen stark zurückgegangen. Das Konzept aus Poldern und lokalen, kleineren Sicherungen wird jetzt in Guntershausen fortgesetzt. Die Arbeiten beginnen in den nächsten Tagen.

Vielen ist das Hochwasser von 1992 noch in Erinnerung, wo vor allem Kirchbauna, aber auch Teile von Guntershausen überflutet wurden. Der Bach Bauna bahnte sich als reißender Fluss den Weg durch die Dörfer. Seit über zehn Jahren läuft das mit EU-Millionen bezuschusste Hochwasserschutzprogramm, das von einem gemeinsamen Verband aus Baunatal und Schauenburg koordiniert wird. 670 000 Euro investiert dieser jetzt in die Schutzeinrichtungen am Unterlauf der Bauna in Guntershausen.

Ziel sei es, dass der Bach mit maximal 57 Kubikmeter pro Sekunde durch den Ort strömt, erläutert Thomas Huth von der Planungsfirma agc Wasser GmbH. Damit diese maximale Wassermenge keine Schäden verursacht, werden in den nächsten Wochen Wälle verstärkt, Mauern erhöht und zum Teil neu gebaut. An einigen Stellen wird das enge Bachbett aufgeweitet.

Drei Fußgängerbrücken über die Bauna sollen laut Huth abgerissen werden. Die Brücken seien nicht hoch genug. Dadurch bestehe die Gefahr, dass sich Treibgut ansammelt und sich das Wasser staut. Im Bereich Hexenhäuschen soll ab Mitte August eine Ersatzbrücke entstehen, die in größerer Höhe über den Bach führt. Ergänzend will die Stadt Baunatal laut Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) den angrenzenden Fußweg Richtung Sportplatz erneuern.

„Jeder Einzelne muss die Dinge vor seiner Haustür als Teil des gesamten Konzeptes sehen.“

Das sind Beispiele für Sicherungsmaßnahmen an Grundstücken: Der Bereich Wassermühle wird mit einer Mauer gesichert. Zudem gibt es ein Schiebetor, das bei einem Hochwasserereignis geschlossen wird. Am Hexenhäuschen sollen die Eigentümer das Grundstück künftig mit einsetzbaren Planken schützen. An einigen Stellen werden Mauern aus dem Uferbereich zurückgesetzt, damit das Wasser mehr Platz hat.

Die Arbeiten in Guntershausen sollen Mitte Oktober beendet sein. Im nächsten Jahr folgt dann noch der Aufbau eines großen Rückhaltebeckens oberhalb von Kirchbauna neben dem Baunataler Hauptfriedhof. Dann ist der Hochwasserschutz entlang der Bauna beendet.

Bürgermeister Manfred Schaub lobt das Gesamtkonzept. Schon einige Male habe sich dieses bewährt, sagt er. Schaub und Huth berichteten, dass die Skepsis bei den Guntershäusern gegen das Projekt inzwischen einer konstruktiven Zusammenarbeit gewichen sei. Schaub: „Jeder Einzelne muss die Dinge vor seiner Haustür als Teil des gesamten Konzeptes sehen.“

Von Sven Kühling

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