DLRG-Rettungsschwimmer nutzten Wettbewerb auch zu Training für Ernstfall

Schutzengel an der Ostsee

Mit Übungspuppe und Gurtretter: Lilly Pyras, Kathrin Becker, Fabian Neumann und Svenja Deichmann (von links) schätzen sowohl die sportliche Herausforderung von Wettkämpfen als auch den praktischen Nutzen, den das Rettungsschwimmen bringt. Fotos: Dilling

Baunatal. In einer Pause zwischen zwei Läufen schauen sich Lilly Pyras und Fabian Neumann das Wettkampfgeschehen von der Empore des Sportbads aus an. Taucher platzieren sich mit den 60 Kilo schweren Rettungspuppen auf dem Beckenboden, die Schwimmer zurren ihre Gurtretter fest, schlüpfen in die Flossen.

Doch Pyras und Neumann reizt nicht nur die sportliche Herausforderung. Sie bereiten sich schon auf ihre neue Rolle als Schutzengel am Ostseestrand vor. Im Sommer werden sie zum ersten Mal zwei Wochen Wache an den Stränden Travemündes schieben.

Rettungsschwimmen bei der DLRG biete mehr als Leistungssport, sagt Pyras. Entscheidend sei für sie bei der Wahl dieses Hobbys die Vielseitigkeit gewesen. Neben dem Leistungssport könne man anderen helfen. „Ich will nicht hilflos zusehen, wenn andere in Not geraten“, sagt die Gymasiastin der Engelsburgschule in Kassel. Neumann sieht das ähnlich.

Beide Jugendliche haben schon im Kindergartenalter das Schwimmen bei der DLRG Baunatal gelernt. Sie seien auch deshalb dabei geblieben, weil sie im Verein viele Freunde gefunden hätten.

„Es ist ein tolles Gefühl, jemandem das Leben gerettet zu haben“, sagt Kathrin Becker aus Niestetal, die ebenfalls auf ihren nächsten Start wartet. Die 21-jährige Auszubildende weiß, wovon sie spricht. Vor drei Jahren habe sie beim Wachdienst am Nordseestrand von Sankt Peter-Ording gesehen, wie ein Badegast einen Herzinfarkt erlitt.

Becker half mit, den Mann wiederzubeleben. „Hinterher haben wir erfahren, dass es ihm wieder gut geht.“ In kürze werde sie ihren Übungsleiterschein machen, um den Nachwuchs zu trainieren, berichtet die junge Frau.

Dabei ist Becker, was das Schwimmen angeht, eine späte Starterin gewesen: Erst mit acht Jahren hat sie es gelernt. „Die DLRG hat mir die Angst vor dem Schwimmen genommen“, sagt sie.

Von Peter Dilling

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