Schweinemast: Fläche am Flugplatz wird geprüft

Bisherige Planung: 600 Meter vom Ortseingang von Guntershausen soll der Schweinemastbetrieb entstehen. Derzeit wird noch eine alternative Fläche ein gutes Stück weiter Richtung Westen untersucht. Diese liegt an derselben Straße unweit des Segelflugplatzes Grifte. Archivfoto: Baum/Montage: HNA

Baunatal. Der Standort für einen Schweinemastbetrieb bei Guntershausen kommt noch einmal auf den Prüfstand. Zumindest läuft die Suche nach einer Alternativfläche weiter. Das bestätigen alle Beteiligten auf Anfrage.

Möglich scheint unter anderem die Ansiedlung des Betriebes ein gutes Stück weiter von Guntershausen weg unweit des Segelflugplatzes Grifte. „Aus unserer Sicht ist die Stadt Baunatal am Zug“, sagt Landkreissprecher Harald Kühlborn zu einer möglichen Alternative. „Wenn die Stadt Baunatal eine Regelung findet, dann ist das ganz einfach.“ Der Landkreis ist letztendlich für die Genehmigung des Bauprojektes zuständig.

Baunatals Erste Stadträtin Silke Engler bestätigt, dass ein alternativer Standort untersucht wird. „Die Prüfung läuft“, sagt sie. Alle Behörden befrage man derzeit zu dem Vorhaben. „Wenn alle Ja sagen, dann glaube ich, dass wir eine gute Lösung hinkriegen.“

Engler macht aber unmissverständlich deutlich, dass bei einem Nein einer Behörde es bei der bisherigen Planung bleibe. Dann komme die Unterschrift unter den jetzigen Bauantrag.

So sieht das auch die Guntershäuser Landwirtsfamilie Schmidt, die den Schweinestall für 1200 Tiere bauen will. Auf jeden Fall sei man weiter offen für einen Alternativstandort, sagt Landwirt Bernhard Schmidt. Er bestätigt, dass beispielsweise die Flugsicherung derzeit prüfe, ob das Gebäude am Flugplatz gebaut werden darf. Schmidt: „Ich warte auf einen Anruf.“ Komme man zu keinem Ergebnis, hielten er und sein Sohn Axel an dem bisherigen Gelände fest.

Mehrere Standorte waren in einer ersten Runde an dem Veto verschiedener Behörden gescheitert. So auch eine Fläche gegenüber dem OTC 4, auf der anderen Seite der Wolfsburger Straße. Diese wird weiterhin von den Gegnern des Schweinemastbetriebes aus Guntershausen favorisiert. Sie verstehen nicht, dass Volkswagen dort bauen durfte, ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Hinweis auf die Feldlerche aber abgelehnt wurde.

Eine zweite Prüfung der Fläche schließt Engler allerdings aus. „Es besteht kein neuer Erkenntnisgewinn.“

Eine Sorge kann der Landkreis den Investoren zumindest nehmen. Diese hatten Bedenken, dass 250 000 Euro EU-Förderung für das eine Million Euro teure Projekt durch einen neuen Bauantrag verloren gehen könnten. Diese Befürchtung räumt der Landkreis inzwischen aus. Laut Kühlborn wurde mit dem Amt für ländlichen Raum geklärt, „dass die Förderung für alle Standorte gilt“. Das Amt für ländlichen Raum entscheidet über die Vergabe von EU-Geld, angesiedelt ist es beim Landkreis Kassel.

Von Sven Kühling

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