Westlich von Guntershausen

Schweinemast für 1200 Tiere: Spekulationen über Baubeginn

Immer noch in Planung: Unweit der Kreisstraße Richtung Grifte liegt die Fläche für den Schweinestall. Das Foto entstand im vergangenen Sommer, als über das Vorhaben in Guntershausen heftig diskutiert wurde. Archivfoto: Baum/nh

Baunatal. Westlich von Guntershausen soll ein Schweinemastbetrieb für rund 1200 Tiere entstehen. Die Baugenehmigung des Landkreises für das Projekt der Guntershäuser Landwirtsfamilie Schmidt liegt bereits seit vergangenen Sommer auf dem Tisch.

Wann die Bauherrn allerdings mit dem zuvor im Ort heftig diskutierten Bau auf einer Fläche an der Kreisstraße zwischen Guntershausen und Grifte beginnen, ist ungewiss. Die Familie Schmidt wollte sich auf Anfrage der HNA jedenfalls nicht zu dem weiteren Vorgehen äußern. Der Antragsteller habe drei Jahre Zeit, um mit dem Vorhaben zu starten, erläutert Kreissprecher Harald Kühlborn. Eine Baubeginnanzeige, die der Investor unmittelbar vor Baustart beim Landkreis einreichen müsse, liege der Behörde jedenfalls nicht vor. Auch Reinhard Schulte-Ebbert, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes, kann nur über den Termin spekulieren. Er vermute, sagt Schulte-Ebbert, dass die Landwirte nicht im Winter mit den Arbeiten beginnen wollten. „Wann es los geht, das weiß ich nicht.“

Aktualisiert um 16.30 Uhr

 Im vergangenen Jahr hatten sich einige Anwohner – vor allem aus dem am Ortsrand gelgenen Grifter Weg – gegen die Pläne für den Schweinemastbetrieb gestellt. Sie befürchteten eine Geruchsbelästigung durch die Anlage, die auf einem Feld rund 600 Meter entfernt von ihren Häusern entstehen soll. Auch der am Ortsrand ansässige Landwirt Eckhardt Eisenach äußerte Bedenken. Er befürchtete negative Auswirkungen für seinen unmittelbar an die Schweinemastanlage angrenzenden Flächen seines Biobauernhofes. Die Investoren hatten immer wieder darauf verwiesen, „dass für die bestehenden Wohnbebauungen in Guntershausen und Grifte keine unzulässigen Geruchswahrnehmungen zu erwarten sind.“ Das hätten die für das Bauvorhaben notwendigen Gutachten ergeben. 

Die Suche nach einer Alternativfläche, die nach einer Bürger-Informationsveranstaltung im Sommer erwogen worden war, blieb erfolglos. „Eine rechtliche Prüfung hat ergeben, dass die Flächen nicht geeignet sind“, erläutert Baunatals Erste Stadträtin Silke Engler (SPD). Alle möglichen Alternativen wären beispielsweise dichter an der Wohnbebauung gewesen als das ursprünglich ausgewählte Gelände. Das gelte auch für die von vielen favorisierte Fläche oberhalb von Guntershausen nahe dem OTC von Volkswagen. Schulte-Ebbert und Engler gehen davon aus, dass sich die Wogen im Dorf inzwischen geglättet haben. „Es ist ruhiger geworden“, sagt Baunatals Erste Stadträtin. „Dass ein friedvoller Umgang im Dorf herrscht, das ist mir auch wichtig.“ 

Von Sven Kühling

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.