Uwe Schäfer aus Espenau ist Fan historischer Nutzfahrzeuge

Schwer verliebt in alte Möbelwagen

Schmucker Oldtimer: Prächtig herausgeputzt ist der Henschel-Möbelwagen von Uwe Schäfer mit seinem 150-PS-Turbo-Motor ein echter Hingucker, der auch an dem Henschel-Marken-Treffen am 22. Juni in Falkenberg teilnehmen wird. Fotos: Brandau

Espenau. „Ein bisschen verrückt bin ich schon“, sagt Uwe Schäfer und meint damit seine Leidenschaft für historische Nutzfahrzeuge. Diese Leidenschaft ist so groß, dass er sich einen alten Möbelwagen gekauft hat.

Der wurde 1966 von dem Kasseler Weltunternehmen Henschel gebaut und kam über einige Zwischenstationen in seinen Besitz.

Henschel war über 22 Jahre der Arbeitgeber des heute 52-jährigen Espenauers, der das Traditionsunternehmen 1999 mit dem Ende des Transrapid verlassen hat.

Heute arbeitet er im Achswerk der Daimler Benz AG. Doch sein Herz schlägt immer noch für die Henschel-Lastwagen, die einst von Kassel aus die Welt eroberten.

Seit 2011 besitzt der gelernte Maschinenschlosser einen HS 12, Baujahr 1966. „Eine echte Rarität, denn dieses Fahrzeug gibt es nur noch zweimal in der Ausführung als Möbelwagen auf der ganzen Welt“, schwärmt Schäfer, der auch die Geschichte seines 150 PS starken Oldtimers kennt.

„Henschelgeräusche sind ein Traum, man glaubt es kaum.“

Alter Möbelwagen von Henschel

Bis Ende der 70er-Jahre habe er treue Dienste als Möbeltransporter geleistet. Dann wurde das Fahrzeug an die Firma Automaten Rühl veräußert. Viele Jahre stand das historische Gefährt dann mit Pleuelschaden und einem Tachostand von über 385 000 Kilometern unbeachtet auf einem Hof.

2005 wurde es repariert und lackiert, kam mit Bravour durch den TÜV und später in die Hand von Uwe Schäfer. Etwa so viel wie für einen guten Mittelklassewagen musste er dafür ausgegeben. Eine gute Investition, denn der Wert des 9,30 Meter langen Liebhaberstückes steigt ständig.

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„Ich bin henschelverrückt und hatte bereits zuvor einen HS 140 Allradkipper“, sagt der Sammler, der seit vielen Jahren auch Mitglied im Henschelmuseum ist. Doch das Fahrzeug war nicht geeignet, Frau und Tochter mitzunehmen. Das sei jetzt mit dem neuen Innenleben des Möbelwagens sehr gut möglich, denn seine Frau teilt die Leidenschaft des Henschel-Besessenen.

„Henschelgeräusche sind ein Traum, man glaubt es kaum“, lautet sein Wahlspruch. Fahrzeuge von Henschel seien unverwüstlich und heute noch weltweit im Einsatz. Wenn man nach dem Öl schaue, es regelmäßig wechsele und gelegentlich die Kardanwellenschrauben nachziehe, habe man an diesen Autos lange Freude.

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Und das, obwohl der Kraftstoffverbrauch mit 17,8 Litern nicht gerade gering sei. Doch das hält den Fan alter Henschelfahrzeuge nicht davon ab, regelmäßig zu Oldtimertreffen zu fahren.

Am 22. Juni ist der Espenauer selbst Organisator des dritten Henschel-Marken-Treffens am Schloss Falkenberg bei Wabern, dem früheren Wohnsitz von Oskar R. Henschel. Dort werden zahlreiche Besitzer und Liebhaber historischer Henschel-Fahrzeuge aus der gesamten Republik erwartet.

Von Werner Brandau

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