Museum zeigt eine Kutsche mit Notsitz

Schwiegermutter sitzt ganz hinten

Gut gepolstert und neu bezogen: Horst Fehr hat den Notsitz der Gettorfer Kutsche fürs Foto hochgeklappt. Foto:  Wienecke

Lohfelden. „Das ist eine Gettorfer Kutsche, ein abgewandelter Phaeton-Typ aus der Zeit um 1900“, sagt Horst Fehr vom Hessischen Kutschen- und Wagenmuseum in Lohfelden.

Die Kutsche trägt diesen Namen, da sie in der Nähe von Kiel in der Gemeinde Gettorf in Schleswig-Holstein gebaut wurde. „Nachdem der Wagen neue Bremsen und Bezüge erhielt, hat die Vorbesitzerin damit auch an Kutschenturnieren teilgenommen“, berichtet Horst Fehr.

Die Kutsche verfügt über einen mit wenigen Handgriffen aufklappbaren Zusatzsitz. Ein Türchen an der linken Seite erleichtert den Einstieg hinten. Später gab es solche unüberdachten Notsitze auch in den Hecks von Autos, beispielsweise bei Roadstern in den 1930er-Jahren. Die Sitze wurden später jedoch abgeschafft, da sie recht unbequem waren. Die Unfallgefahr war darüber hinaus hoch, da sich die Passagiere außerhalb der Fahrgastzelle befanden.

Der Volksmund bezeichnet solch einen wegklappbaren Not- oder Zusatzsitz auch als Schwiegermuttersitz. Diese ironische Bezeichnung ist auch für den großen Goldkugelkaktus Echinocactus grusonii gebräuchlich. Er hat die Form eines Sitzkissens und verfügt über mit Dornen besetzte Rippen.

Hessisches Kutschen- und Wagenmuseum in Lohfelden

Hessisches Kutschen- und Wagenmuseum, Friedrich-Ebert-Ring 14, Lohfelden-Crumbach, jeden ersten Sonntag im Monat 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung, Tel. 0561/51 68 94, Kontakt und Infos: www.kutschenmuseum.de

Von Bettina Wienecke

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