CDU-Neujahrsempfang: Bilanz der Kommunalwahl und Schuldenkrise im Mittelpunkt

Auf schwierigem Pflaster

Anstoßen mit dem Jubliar: Johannes Eisenach (Zweiter von links) ließ sich von seinen Parteifreunden Frank Williges (von links), f Andreas Mock und Thomas Schäfer beglückwünschen. Foto: Dilling

Baunatal. Für die CDU bleibt Baunatal ein schwieriges Pflaster. Das ist immer wieder Thema auf den Neujahrsempfängen des 98 Mitglieder zählenden CDU-Stadtverbands. So war das auch am Donnerstag im Brauhaus Knallhütte wieder. Doch während vergangenes Jahr kämpferische Stimmung herrschte, überwogen diesmal die nachdenklichen Töne. Der Grund war die aus Sicht der Union eher enttäuschende Bilanz der Kommunalwahl von 2011.

Das Wahlergebnis der SPD in Baunatal von über 60 Prozent habe „bundesweit Seltenheitswert“, sagte CDU-Stadtverbandschef Andreas Mock. Die Schwierigkeiten der Union hätten auch mit der Medienlandschaft zu tun. Die Erfolge des Volkswagenwerks würden dem Baunataler SPD-Bürgermeister zugeschrieben, obwohl das doch überwiegend das Verdienst von Automanagern sei. Gebe es anderseits gute Nachrichten aus Wiesbaden, würden die allem Möglichen zugeschrieben, nur nicht der guten Arbeit der CDU-Landesregierung.

Frank Williges, Vorsitzender des Kreisvebands Kassel-Land, machte einen weiteren Grund für die Wahlschlappe der CDU aus: Der Atomunfall im japanischen Fukoshima habe seiner Partei die Kommunalwahl verhagelt. Die Union werde aber nicht aufgeben und dieses Jahr den Grundstein für künftige Wahlerfolge legen, sagte Williges.

Wenn es nach dem hessischen CDU-Finanzminister Thomas Schäfer geht, dem Ehrengast der Neujahrsbegrüßung, wird die Baunataler Union bei der Stimmenjagd allerdings ohne Wahlgeschenke auskommen müssen. Die Schuldenbremse müsse konsequent umgesetzt werden, um den Euro zu stabilisieren. Deutschland müsse da Vorbild für andere Staaten sein. Auch kommunaler Ebene müssten die Politiker lernen, nein zu sagen, wenn es um neue Ausgaben gehe.

Schäfer zeichnete Johannes Eisenach für 40-jährige Treue zur CDU aus. Der 81-jährige, gebürtige Schwälmer gehörte jahrelang für die Union dem Magistrat der Stadt Baunatal an und war vorher im damals selbstständigen Guntershausen sowie der früheren Gemeinde Buchenhagen kommunalpolitisch aktiv. Der Landwirt hat in Gunterhausen den Bio-Hof Eisenach aufgebaut, den sein Sohn fortführt.

Von Peter Dilling

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