Interview

SPD-Politikerin Ulrike Gottschalck zum Fall Edathy: "Vollkommen entsetzt"

+
SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrike Gottschalck über die Edathy-Affäre

Niestetal/Kassel. In der Affäre um den früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy wegen des angeblichen Besitzes kinderpornografischer Bilder geraten führende Sozialdemokraten immer stärker unter Druck.

Aus der CSU kommen Forderungen nach dem Rücktritt von SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann  (Göttingen). Über die Affäre sprach HNA-Redakteur Peter Ketteritzsch mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Ulrike Gottschalck aus Niestetal.

Frau Gottschalck, angeblich wussten Mitglieder der SPD-Bundestagsfraktion bereits im November von den Vorwürfen gegen Edathy. Wann haben Sie davon erfahren? 

Ulrike Gottschalck: Ich wusste, dass Sebastian Edathy krankgeschrieben war. Von den Vorwürfen habe ich am vergangenen Dienstagmorgen aus den Medien erfahren.

Wie haben Sie reagiert? 

Lesen Sie auch

Dobrindt wirft Oppermann Vertrauensbruch vor

Gottschalck: Vollkommen entsetzt, wie übrigens die Fraktion insgesamt. Ich habe Sebastian Edathy als sehr introvertierten Menschen kennengelernt, auch wenn ich zu ihm keinen engeren Kontakt hatte.

Nach dem Rücktritt von CSU-Landwirtschaftsminister Friedrich fordern die Christsozialen den Kopf von Oppermann. Wird er der nächste sein, der zurücktritt? 

Gottschalck: Nein, das denke ich nicht. Thomas Oppermann hat die Öffentlichkeit sehr offen darüber informiert, wie er vorgegangen ist. Dass die CSU jetzt die Faust ballt, kann ich zwar ein bisschen verstehen. Allerdings muss man hinsichtlich des Verhalten von Hans-Peter Friedrich berücksichtigen, dass er zu besagter Zeit Innenminister war.

Wie stark ist das Klima innerhalb der schwarz-roten Koalition durch die Edathy-Affäre belastet? 

Gottschalck: Das Ganze hat sich in der letzten Woche aufgebaut. Bis dahin war die Stimmung gut. Das gilt auch für das Verhältnis der SPD-Abgeordneten zu den Kollegen von der CSU. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.