Energieprojekt in Bürgerversammlung vorgestellt: 2013 könnte im Norden von Breitenbach gebaut werden

Sechs Windräder für Lindenberg

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So ähnlich könnte es aussehen: Auch bei Breitenbach sollen sich in absehbarer Zeit auf sechs Türmen Rotoren drehen, um Strom aus Wind zu erzeugen.

Schauenburg. Im Laufe des Jahres 2013 könnte der Aufbau von sechs Windkrafttürmen am Lindenberg nördlich von Breitenbach beginnen. Das ist jedenfalls das Ziel der Firma GP Joule, die im Auftrag einer Gemeinschaft von Eigentümern das Vorhaben betreibt.

Hier finden Sie eine Übersicht.

Zu den Flächeneignern gehört mit einem Anteil von 20 Prozent auch die Gemeinde Schauenburg. Ein zweites Windkraftprojekt mit maximal drei Rotoren auf dem Langenberg zwischen Hoof und Elmshagen, angestoßen von Landwirt Burkard von Kieckebusch (Hoof), dem dort Flächen gehören, ist hingegen noch nicht so weit.

Beide Vorhaben wurden am Donnerstagabend in einer Bürgerversammlung in der Schauenburghalle vorgestellt. 50 Besucher und eine Reihe Kommunalpolitiker waren gekommen. Sie erfuhren zum Projekt Lindenberg nahe der Autobahn 44 folgende Fakten:

• Bei sechs Türmen liegt die Investition bei 30 Mio. Euro.

• Die Anlagen werden mitsamt Rotoren 200 Meter hoch sein (Nabenhöhe 135 bis 140 Meter, Flügellänge 45 bis 60 Meter). Sie ragen somit über das Hohe Gras im Habichtswald hinaus.

• Für den Aufbau eines Turms ist ein halber Hektar (5000 Quadratmeter oder ein dreiviertel Sportplatz) nötig. Das Fundament umfasst 1500 m2.

• Ein Gutachten sagt eine Windgeschwindigkeit von 5,6 Metern pro Sekunde 100 Meter über dem Boden voraus.

• Eine Stromleistung von 34 Millionen kWh pro Jahr wird erwartet, damit könnten rechnerisch 22 650 Menschen ein Jahr versorgt werden.

• Der Geräuschpegel direkt an den Maschinenhäusern der Türme beträgt 104 Dezibel (A), das entspricht der Lautstärke eines Presslufthammers. Etwa 45 dB(A) sind es in einem gedachten äußeren Ring, der nicht bis an Schauenburgs Ortsteile reicht; zum Vergleich: Ein Kühlschrank erzeugt 30 dB(A), eine laute Unterhaltung 60.

• Die benachbarten Orte trifft kein Schattenschlag.

Markus Andresen, Projektchef der Firma GP Joule, die das Kapitel beschaffen und die Anlage betreiben will, nannte zunächst zwei bis drei Millionen Gewerbesteuer pro Jahr als Einnahme für die Gemeinde, wollte sich aber auf Nachfrage von Zuhörern nicht mehr auf eine Summe festlegen. Auf jeden Fall erhält die Gemeinde Schauenburg auch Pacht. Und es gehe, so Andresen, um „höhere monetäre Wertschöpfung vom Acker“.

Das Verfahren zur Genehmigung der Windkraftanlagen betreibt die Kasseler Firma BÖF (Büro für angewandte Ökologie und Forstplanung). Sie geht davon aus, dass der erforderliche Bebauungsplan Ende 2012 vom Parlament gebilligt werden könnte. Ob Bürger an der Anlage Anteile erwerben können, steht noch dahin. Die Gemeindevertretung hatte zumindest beschlossen, eine Bürgerbeteilung sei wünschenswert.

Von Ingrid Jünemann

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