Wilhelmshausen: Bauarbeiten Berliner Straße dauerten länger als geplant

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Letzter Akt des Leitungsbaus: In der Holzhäuser Straße erneuern Harald Schellenberg (hinten) und Jürgen Messerschmidt von der Firma Herzogbau aus Tüttleben bei Gotha ein Schieberkreuz der Wasserleitung.

Fuldatal. Jetzt stehe nur noch „Kleinkram“ an und aufräumen, sagt Mathias Meyer, Polier der Baufirma Gebr. Bommhardt aus Waldkappel. Dann sei die Berliner Straße in Wilhelmshausen fertig.

Ein Jahr dauerte es, die Kanäle und Wasserleitungen zu erneuern sowie die Fahrbahn samt einseitigem Bürgersteig zu bauen. Doppelt so lange wie geplant.

Es hatte verschiedene Ursachen, warum der Termin von ursprünglich Ende Oktober auf zunächst Jahresende und dann darüber hinaus verschoben wurde, erklärt Ingenieur Reiner Franke vom Planungsbüro Hesse und Partner.

Die erste Terminverschiebung hing mit den Versorgungsleitungen von Telekom und Eon Mitte zusammen. Diese wollten die Unternehmen eigentlich auf der östlichen Straßenseite belassen und nicht mit dem einseitigen Bürgersteig auf die westliche verlegen.

 Dann stellte sich laut Franke aber heraus, dass die verbleibende Abdeckung über den Leitungen zu dünn war, die Kabel und Rohre zudem in einem schlechten Zustand waren. So entschieden sich die Versorgungsunternehmen, doch die Leitungen unter dem neuen Gehweg zu verlegen. Franke: „Eine gute Entscheidung, denn jetzt ist alles neu.“

Sonderdeponie

Der Termin Ende 2011 konnte laut Planer nicht eingehalten werden, weil man kurz vor Abschluss der Kanalarbeiten in der Berliner Straße / Höhe Schlesierstraße in drei Metern Tiefe auf ölhaltigen Boden stieß. Der Untergrund war auf einer Länge von 17 Metern und drei Metern Breite bis zu sechs Metern Tiefe kontaminiert.

Bis Gutachten erstellt und die Entsorgung auf einer Sonderdeponie geklärt waren, vergingen vier Wochen, sagt Lars Brendler vom Planungsbüro. Die Ursache der Bodenverschmutzung konnte nicht geklärt werden.

Die letzte Bauverzögerung kam durch den strengen Frost im Januar und Februar, sagt Polier Meyer. „Eigentlich sollte es Mitte Januar wieder losgehen.“ Tatsächlich aber begannen die Arbeiten Anfang März.

Zum Kleinkram, der in den letzten Tagen vor Bauende noch erledigt werden musste, gehörte auch der Austausch eines Schieberkreuzes der Wasserleitung in der Holzhäuser Straße. Die alte Mechanik ließ sich laut Meyer nicht mehr bewegen, als die neuen Rohre in der Berliner Straße an das vorhandene Leitungsnetz angeschlossen werden sollten.

Aufräumen: Mit dem Radlader sammelt Stefan Groß vom Bauunternehmen Gebr. Bommhardt aus Waldkappel auf der Berliner Straße das nicht mehr benötigte Baumaterial zusammen.

In diesen Tagen werden noch die verlegten Pflaster nachgekehrt, der Straßenbereich und Grundstücke geräumt. Dann muss die Einmündung der Sudetenstraße in die Berliner Straße asphaltiert werden. Dort hatte die Baufirma einen Lagerplatz für Material eingerichtet. Ist auch dort die Deckschicht aufgebracht, das Loch in der Holzhäuser Straße gefüllt und die Fahrbahn repariert, „dann ist alles fertig“, sagt Polier Mathias Meyer.

Hintergrund

Die Kosten und Zahlen zum Bau

Der Schmutzwasserkanal in der Berliner Straße, der nur zum Teil erneuert werden musste, ist 155 Meter lang und hat 25 beziehungsweise 30 Zentimeter Durchmesser. Der Regenwasserkanal hat auf einer Länge von 360 Metern 80 Zentimeter Durchmesser. Fahrbahn und Bürgersteig, die erneuert werden, haben eine Fläche von 3000 Quadratmetern, wobei der einseitige Bürgersteig auf die westliche Seite verlegt wurde.

Für den Kanalbau Berliner Straße sind Kosten von 550.000 Euro kalkuliert, die neue Wasserleitung kostet 120.000 Euro. Für den Straßenbau sind Ausgaben von 470.000 Euro geplant. 50 Prozent der umlagefähigen Kosten vom Straßenbau zahlen Anlieger über Straßenbeiträge.

Von Michael Schräer

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