Werbung für Gemeinde Schauenburg im Naturparkzentrum Dörnberg: Das heißt lesen, lesen, lesen

Seekuh trifft Märchenwache

Viel Lesestoff: Die Gemeinde präsentiert sich mit Texttafeln am Durchgang des Naturparkzentrums.

Schauenburg / Zierenberg. Am Sonntagnachmittag im Naturparkzentrum Dörnberg sind Bernhard und Mechthild Viereck für eine ganze Weile die einzigen Besucher. Für die ehrenamtlichen Aufsichten Kurt Päppe und Otto Reinhard ist es ein ruhiger Tag.

Bei dem schönen Wetter bleiben die Leute lieber im Freien. Da erblickt Bernhard Viereck die Schauenburger Seekuh und ihr Junges, die beide im Raum der Sonderausstellung aufgehängt sind, so als würden die Nachbildungen auf den Besucher zu schwimmen.

Das Ehepaar aus Zierenberg-Oelshausen untersucht die Versteinerungen, die auf dem Boden präsentiert werden. Ihr Sohn sei Hobby-Paläontologe, sagt der Rentner Viereck, der sich auch selbst brennend für die Millionen Jahre zurückliegende Erdgeschichte interessiert. Und was ist mit der Märchenwache? Viereck überlegt einen Moment und sagt dann, dass sie davon schon gehört haben. „Wir sind aber noch nie da gewesen“, ergänzt er.

Schauenburg kenne er nur von der „Durchreise“, erzählt der Oelshäuser. Martinhagen ist ihm ein Begriff, da wohnen Verwandte. In der Ausstellung könnten die Vierecks jetzt viel erfahren, über den Breitenbacher Johann Friedrich Krause und Marie Hastenpflug, die den Brüdern Grimm Geschichten für deren Märchensammlung erzählt haben. Aber dafür müsste das Ehepaar ganz schön viel lesen. Die Plakate rechts neben der Seekuh sind flächendeckend mit Text beschrieben. Das kostet viel Zeit, und es warten doch noch eine Reihe anderer Ausstellungsräume im Naturparkzentrum. Und am Eingang erhält man ohnehin kostenlos ein Infoblatt.

Kirchen und Ruinen

Reichlich Lesestoff gibt es auch an der Wand des Durchgangs der Sonderausstellung. Von Kirchen, Ruinen und tollen Wanderwegen in Schauenburg ist da die Rede. Und natürlich wieder von der Märchenwache. Für den schnellen Besucher, der nur ein paar Minuten opfern will, könnte das etwas viel sein. Dem wäre vielleicht mit einer kurzen, prägnanten Information besser gedient, oder mit einer Grafik, die zeigt, wo man die schönen Orte und Wandertouren im Schauenburger Land findet und wo man gut einkehren kann. So etwas vermisst man. Leicht dürfte es allerdings nicht sein, thematisch den Bogen von der prähistorischen Seekuh zur Märchenwache zu schlagen. Da hätte der Breitenbacher Künstler Albert Schindehütte vielleicht mal zur Feder greifen und eine seiner berühmten Zeichnungen anfertigen sollen.

Ein bisschen Werbung könnte die Schauenburg-Ausstellung noch gebrauchen. Gezielt danach gefragt habe kaum einer, sagt Kurt Päppe von der Rezeption des Naturparkzentrums. Auch die Vierecks sind ganz zufällig auf die Seekuh gestoßen.

Sonderausstellung im Naturparkzentrum Dörnberg bis 30. Juni täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet (außer montags).

Von Peter Dilling

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