Uschi Albert managt seit drei Jahrzehnten den Großenritter Treffpunkt der Vereine

Die Seele der Kulturhalle

Schoppen für die Vereine: Uschi Albert (rechts), Pächterin der Kulturhalle Großenritte (kleines Bild), mit Mitgliedern des Motorsportclubs NMC Baunatal. Am Tisch sitzen Heinz Bürger (von links), Reinhold Mäuser, Walter Wiedekind, Erwin Takacs, Bernd Rohde, Rüdiger von Bergen, Heinrich Sprenger und Reinhard Damm. Fotos: Jünemann

Baunatal. Sie ist Wirtin, sie hat stets gute Laune, sie schnuddelt gern – vor allem aber ist sie die Seele der Großenritter Kulturhalle, einem wichtigen Treffpunkt der Vereine, und deshalb im Stadtteil bekannt wie der sprichwörtlich bunte Hund.

„Ich feiere gerne“, sagt Uschi Albert (68) von sich selbst. Und deshalb soll es auch am Samstag rundgehen, dann steht ein Fest zum 30-Jährigen als Pächterin der Kulturhalle an.

Der blonden Frau mit dem einnehmenden Lächeln sieht man das Alter nicht an. Und damit auch nicht, dass sie schon vor fünf Jahrzehnten in die Gastronomie einstieg. Acht Jahre hatte sie die Prinzenquelle im Großenritter Ortszentrum, ehe sie vorübergehend umsattelte und acht Jahre das heutige Schreibwaren-Geschäft Werner führte.

Kulturhalle Großenritte in alten Zeiten

1982 dann der Einstieg in die städtische Kulturhalle. Das bedeutet bis heute: Zuständig für die Gaststätte in dem Komplex mit – mitsamt Nebenzimmer – fast 80 Plätzen sowie für Saal, Anbau und Empore mit 700. Ans Aufhören denkt Uschi Albert eigentlich nicht. Doch die große Unbekannte ist die geplante Sanierung der Kulturhalle, die auch bedeuten könnte, dass abgerissen und neu gebaut wird. Entschieden ist das noch nicht.

Für Albert gilt auch hier: „Ich denke immer positiv.“ Frühere Bauarbeiten wie Anbau des Stuhlraums, Sanierung der Küche oder Renovierung des Saals hat sie schließlich auch überstanden.

Mittelalterliches Fest

Karneval, Seniorenfeiern, Familienfeste, Kaffeetafeln, kalte Büffets, Schoppen und Sekt, in mehreren Fotoalben hat Albert vieles aus den drei Jahrzehnten festgehalten. Was war besonders eindrücklich? Da mag sich Uschi Albert nicht entscheiden. Irgendwie war alles schön. Dann jedoch erzählt sie doch von ihrem 60. Geburtstag, als sich fast alle Gäste nach mittelalterlicher Ritterart verkleidet hatten – das war eine tolle Sache.

Das Geschäft werde schwieriger, sagt die Wirtin. Das Bier nach dem Training sei für Sportler nicht mehr selbstverständlich. Laufkundschaft gebe es am Rande von Großenritte nicht, Mittagstisch und Kaffeetrinken – vor einigen Jahren ausprobiert – funktionierten nicht. So sei sie in der Gaststätte auf die Vereine angewiesen und auf Gruppen, die sich zum Essen anmelden. In der Halle könnten es gern einige Hochzeiten mehr sein: „Besonders von Juli bis September gibt es immer eine Durststrecke“, sagt Albert.

Besonderheit ist ein Treffen trauernder Angehöriger, das Uschi Albert nach familiären Schicksalsschlägen („ich kann das nachfühlen“) selbst ins Leben rief. Monatlich treffen sich bis zu 30 Menschen zu Mittagessen oder Kaffeetafel.

Albert beschäftigt zwei Mitarbeiter auf 400-Euro-Basis und bei Bedarf bis zu zwölf Aushilfen für den Service in der Halle, dazu zwei Köche, wenn größere Essen anstehen. „Menü eins“ gibt es aber immer. Das ist, wie Eingeweihte wissen, ein Gehacktesbrötchen mit Steigerungspotenzial: Luxus mit Zwiebeln, Superluxus mit Senf und Zwiebeln.

Von Ingrid Jünemann

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