Neues Trainingscenter

Sehen, Hören, Fühlen, Riechen für mehr Qualität - VW schult 13.000 Mitarbeiter

Baunatal. Eine verbeulte Konservendose mit Tomaten würde auch niemand aus dem Regal nehmen, sagt Ausbilder Harald Koch. „Der Kunde greift zur unbeschädigten Dose daneben." So machen es auch die acht Mitarbeiter des Getriebebaus aus dem VW-Werk in Baunatal, die den Schulungsparcours im neuen Trainingscenter durchlaufen.

Dieses einfache Beispiel zeigt, wie ein Kunde bei der Auswahl der Produkte auf Qualität achtet. Einen Sinn für die Teile zu entwickeln, die sie fertigen, dafür werden jetzt 13.000 Mitarbeiter sensibilisiert. Denn: Diese Teile findet der Käufer letztendlich in seinem Auto wieder - fasst sie an, begutachtet sie, hört sie arbeiten, wie einen Motor, oder hört sie nicht, wie idealerweise ein Getriebe.

Sehen, Riechen, Hören, Fühlen - das steht im Vordergrund der zweieinhalbstündigen Schulung unter dem Titel „Aus Liebe zum Detail“. Der VW-Konzern schlägt mit diesem Programm einen neuen Weg ein. Der Mitarbeiter soll nicht mehr die Teile einfach nur zusammensetzen, so wie es vielleicht in früheren Zeiten schlicht verlangt wurde. Der Beschäftigte soll mit allen Sinnen bei der Fertigung dabei sein. „Wir sollen unsere Sinne einsetzen, um tolle Produkte zu bauen“, erläutert Karsten Roth, Leiter des Trainingscenters.

„Qualität und Kundenzufriedenheit stehen bei mir und unseren Mitarbeitern an oberster Stelle. Da die Ansprüche und Erwartungen unserer Kunden stetig steigen und wir die Besten sein wollen, kommt es darauf an, unsere Mitarbeiter auch für das kleinste Detail unserer Arbeit zu sensibilisieren“, erläutert Werkleiter Falko Rudolph. Der Einsatz der Sinne soll schon während der Produktion stattfinden. Der Mitarbeiter soll beispielsweise am Geräusch einer Maschine erkennen, ob diese einwandfrei arbeitet oder möglicherweise ein Fehler vorliegt.

Aufgeschnittener Golf 

Die Stationen im Trainingscenter in Baunatal wurden speziell für den Standort entwickelt. Schließlich werden hier keine kompletten Fahrzeuge gebaut, an denen sich das erleben eines Autos mit allen Sinnen am besten demonstrieren ließe. An einem aufgeschnittenen VW-Golf wird aber gezeigt, wieviele Teile aus Baunatal in einem Fahrzeug verbaut werden.

Mit der Schulung soll die Sache nicht abgeschlossen sein, erläutert Michael Fischbach, Leiter Standortoptimierung. In den Teams werde das Programm fortgesetzt.

Von Sven Kühling

Rubriklistenbild: © Kühling, Sven

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