Ausstellung „1. Weltkrieg und seine Folgen für Lohfelden“ bis 30. November zu sehen

Sehenswert und lehrreich

Ausstellungsvitrine: Erich Brenne (links) und Walter Pfaffe von der Geschichtswerkstatt stellen Erinnerungsstücke von Soldaten aus Lohfelden vor. Foto: Wohlgehagen

Lohfelden. Der 1. Welkrieg (1914-1918) und seine Folgen für Lohfelden sind das Thema einer Ausstellung der Geschichtswerkstatt, die noch bis zum 30. November in den Räumen der Gemeinde- und Schulbücherei gezeigt wird.

Während der Eröffnung der Ausstellung präsentierten Schüler der Söhre-Schule in mehreren Arbeitsgruppen eindrucksvolle Beiträge zum Thema, die sie mit den Lehrerinnen Astrid Hessenmöller und Susanne Tiegde-Albrecht im Rahmen von Projekttagen erarbeitet hatten. Die Zehntklässler spannten einen Bogen von den Kriegsvorbereitungen und der Mobilmachung in Deutschland über die Kriegsziele der beteiligten Nationen und die außerordentlich verlustreichen Kriegshandlungen bis zur Betroffenheit der notleidenden Bevölkerung. Besonders nachhaltig auf die Zuhörer wirkten Feldpostbriefe von Frontsoldaten.

Von dem Vorsatz „Weihnachten in Paris“ sei während des vierjährigen Krieges nicht mehr die Rede gewesen, sagte Erich Brenne. Der Sprecher der Geschichtswerkstatt Lohfelden bezeichnete den 1. Weltkrieg als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts, der alle europäischen Groß- und Mittelmächte auf der einen und das Deutsche Reich und Österreich auf der anderen Seite erreichte. Mit dem Eintritt der USA auf Seiten der Engländer und Franzosen habe der Krieg eine weltumfassende Dimension erreicht.

Erich Brenne beklagte unter den mehr als zwei Millionen getöteten deutschen Soldaten auch den Verlust von 96 jungen Männern aus Lohfelden und Vollmarshausen: Trauer, Not, Elend und Verzweiflung habe lange über die Kriegsjahre hinaus auch das Leben der Einwohner in den Ortsteilen der heutigen Gesamtgemeinde bestimmt.

Daran zu erinnern, den Schleier des Vergessens im Rahmen der örtlichen Möglichkeiten anzuheben, sei eine wesentliche Triebfeder der Präsentation gewesen, sagte Brenne.

Die Ausstellung umfasst neben allgemeinen Darstellungen über den 1. Weltkrieg hauptsächlich Fundstücke einheimischer Familien wie Originalurkunden über entlassene oder gefallene Soldaten, Feldpostkarten und Bilder über die Not in der Heimat.

In einer Vitrine werden Erinnerungsstücke von Soldaten gezeigt, beispielsweise ein Signalhorn, eine Feldflasche und Ehrenabzeichen gefallener junger Männer aus Lohfelden. Ausstellungsbegleitend empfiehlt die Bücherei Literatur über die beiden Weltkriege.

Vizebürgermeister Klaus Steffek dankte der Geschichtswerkstatt mit Erich Brenne, Walter Pfaffe, Günter Kruse und Walter Kruse sowie den Schülern und Lehrern der Söhre-Schule für die wertvolle geschichtliche Aufarbeitung.

50 Kriege auf der Welt zeigten, so Steffek weiter, „dass die Menschen aus zwei großen Weltkriegen nichts gelernt haben“. Auch Söhre-Schulleiter Arno Scheinost sagte, dass Krieg bedauerlicherweise wieder etwas Reales geworden sei. Umso wichtiger werde es, sich damit zu beschäftigen. (ppw)

Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten der Gemeindebücherei Lohfelden zu sehen.

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