Lesung vor dem Volkstrauertag gab Beispiele für Versöhnung und Vergebung

Sehnsucht nach Frieden

Spielten und sangen jiddische Lieder: Mitglieder der Musikschule Söhre-Kaufunger Wald mit Dagmar Damm (vorn von links) und Reinhard Schneider. Fotos: Wohlgehagen

Lohfelden. Die Sehnsucht nach Frieden war das Thema eines zum Nachdenken anregenden Abends in der Lohfeldener Kulturhalle: Vor dem Volkstrauertag lasen bekannte und weniger bekannte Menschen aus Lohfelden und Kassel Texte ihrer Wahl. Ein Ensemble der Musikschule umrahmte die gut besuchte Veranstaltung mit jiddischen Liedern.

Man müsse etwas tun, um das Gedenken an die Gefallenen der beiden Weltkriege wach zu halten, sagte Bürgermeister Michael Reuter (SPD). Der Verwaltungschef hatte gemeinsam mit den Kirchen, den Schulen und dem Verband der Kriegopfer und Hinterbliebenen (VdK) zu dieser Veranstaltung eingeladen.

Pater Josef Kahmann erinnerte an das Wirken des 2005 von der katholischen Kirche selig gesprochenen früheren Bischofs von Münster, Clemens August Graf von Galen. Der Geistliche hatte sich ab 1941 in Predigten offensiv vor allem der Ermordung psychisch kranker Menschen durch das nationalsozialistische Regime widersetzt.

400 Polizeibeamte seien bisher im Dienst getötet worden, sagte Wilfried Henning. Der ehemalige Kasseler Polizeipräsident schilderte, wie die Mutter eines getöteten Beamten dem Mörder ihres Sohnes vergeben wollte. Wenn sich alle wie diese Frau verhalten würden, könne auch ein vereinbarter Frieden dauerhaft sein, sagte Wilfried Henning.

„Wo früher eine Mauer stand, gedeihen heute Blumen“: Die neunjährige Lisa-Marie Bischoff las eine teils lustig anmutende Ost-West-Geschichte vor: Im Streit miteinander liegende Menschen beendeten ihre Feindschaft und rissen die zwischen sich bestehende Mauer ab.

Olympische Friedensidee

Zu Beginn hatte Erich Brenne in das Thema eingeführt. Er setze ein Fragezeichen hinter dem Friedensbegriff, weil auch nach dem 2. Weltkrieg neue Kriege geführt wurden und werden, sagte der Sprecher der Geschichtswerkstatt.

Udo Ewald, Vorsitzender der FSK Vollmarshausen, stellte den Bezug zwischen Frieden und Sport her. Die Olympischen Spiele seien von Anfang an eine Friedensidee und ein Modell für den Umgang mit Konflikten und für Toleranz gewesen, sagte Udo Ewald.

Zum Abschluss berichtete der ehemalige Soldat Helmut Buttlar über ein fiktives „Gipfeltreffen“. Eine Konferenz mächtiger Politiker drohte zu scheitern. Die zueinander findenden Präsidentenkinder bewirkten jedoch, dass das Gipfeltreffen ein gutes Ende nahm. (ppw)

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