Beschäftigte der Baunataler Werkstätten spielten ihren Arbeitsalltag nach

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Sie träumen bei der Arbeit von einer Adventsfeier: Sebastian Luckhardt (von links), Sandra Reitz, Sonja Tromp, Johannes Montua und Jessica Küthe spielten in der Stadthalle Theater.

Baunatal. Schrauben zählen und verpacken, Autoteile montieren, den Arbeitsplatz fegen: Der Arbeitsalltag von behinderten Beschäftigen in den Baunataler Werkstätten ist oft ähnlich stressig wie anderswo.

Und ihre Sehnsucht nach Besinnlichkeit, Kerzenschein, Plätzchen und Baum schmücken ist genauso groß wie die nicht behinderter Arbeitnehmer. Das machten einige Beschäftigte am Donnerstag während der Weihnachtsfeier der Werkstätten in der Baunataler Stadthalle mit einem vieraktigen Theaterstück und wechselnden, selbst gebauten Bühnenbildern deutlich. Sie hatten auch die Idee zu dem Spiel geliefert.

Die Sehnsucht nach Besinnung ist diese Weihnachten bei den momentan 380 Beschäftigten der Werkstätten und ihren Angehörigen besonders groß. Der Umzug von 80 behinderten Menschen im Frühjahr von Baunatal in die neu eröffnete Werkstatt in Malsfeld habe es nötig gemacht, Arbeitsgruppen neu zusammenzustellen und den Fahrdienst umzuplanen, sagte Werkstattleiter Oliver Pick. Nun sei aber Ruhe eingekehrt. Dem Engagement aller Beschäftigten sei es mit zu verdanken, dass die Baunataler Diakonie Kassel (BDKS) als Träger Allen adäaquate Arbeitsmöglichkeiten anbieten könne.

Vorstand Pfarrer Joachim Bertelmann und Finanvorstand Armin Gutwald zeichneten treue Beschäftigte aus, allen voran Norbert Pfaffenbach, der schon 40 Jahre in den Werkstätten arbeitet. Er erhielt das Kronenkreuz der Diakonie. Karina Bahr, Yvonne Hasse und Stefanie Pape wurden für zehnjährige Zugehörigkeit geehrt. Sie alle seien mit Herzblut bei der Arbeit, sagte Bertelmann.

Die Teilhabe behinderter Menschen am Alltag der Gesellschaft sei eine Frage sozialer Gerechtigkeit, sagte der BDKS-Vorstandsvorsitzende. Diese Teilhabe will die Stadt Baunatal nächstes Jahr mit der Eröffnung einer Begegnungstätte in der alten Post voranbringen. Beschäftige der Werkstätten seien am Marktplatz willkommen, sagte Bürgermeister Manfred Schaub.

An zwei Tagen feierten insgesamt rund 800 Beschäftigte der Baunataler Werkstätten und ihre Angehörigen in der Stadthalle Weihnachten. Der Chor „Flotte Note“ sorgte für die musikalische Umrahmung. Eine lange Kaffeepause bot Gelegenheit zu ausgiebigen Gesprächen. (pdi)

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