Kandidaten-Porträt

Frank Williges (CDU) aus Helsa will in den Hessischen Landtag einziehen

Zur Entspannung: Frank Williges ist in seiner Freizeit gerne mit dem Rad und Border-Collie-Hündin Joyce unterwegs. Foto: Wewetzer

Helsa. Wenn Frank Williges ganz entspannt in seinem im Landhausstil eingerichteten Wohnzimmer in Helsa sitzt, kommt man nicht auf den Gedanken, dass der CDU-Landtagskandidat im Parlament rhetorisch gern mal die scharfe Klinge führt.

„In der politischen Debatte habe ich kein ausgeprägtes Harmoniebedürfnis“, sagt er und schmunzelt. Und: „Übertreibung kann auch mal als Mittel der Verdeutlichung dienen.“ Ein Charakterzug, der zeigt, dass Politik für den 51-Jährigen kein Hobby ist, sondern ein Anliegen. Schon in der Schule zählten Geschichte und Gesellschaftslehre zu seinen bevorzugten Fächern. Mit 22 Jahren trat er in die CDU ein, neben der Prägung durch das Elternhaus sagte ihm programmatisch das Prinzip „Weniger Staat, mehr Eigenverantwortung“ besonders zu. Dazu kam: Nach der Schule fehlten ihm die Diskussionen mit den Mitschülern. „Denn danach war ich mehr mit technischen Dingen beschäftigt“, erinnert er sich. „Ich fühlte ein gewisses Vakuum und wollte mehr machen.“

Das klappte mit der Politik. Williges engagierte sich für seinen Heimatort Helsa, ging in den Kreistag, saß auch schon im Landtag. Politische Vorbilder hat Williges wenige. Den ehemaligen Ministerpräsidenten Roland Koch schätzt er aus seiner Generation. „Es dauert, bis mich jemand von sich überzeugt hat“, sagt er. „Aber dann bin ich loyal.“

In seiner politischen Arbeit liegt Frank Williges besonders die Zukunft der Region und seiner Heimat am Herzen. Zeit seines Lebens lebt der Vater von drei Kindern in Helsa, bis in die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg lässt sich der Stammbaum väterlicherseits zurückverfolgen.

Deshalb engagiert sich der Finanzexperte - auf diesem Feld würde er auch gern wieder in Wiesbaden aktiv werden - auch immer für konkrete Projekte in der Region. Selbst wenn er sich dabei auch mal eine blutige Nase holt. Maßgeblich war er an der Einführung der Geschwindigkeitsmessungen auf der B7 beteiligt. „Dafür musste ich mich ein Jahr beschimpfen lassen, aber seit 2006 hat es dort keinen Toten mehr gegeben.“

Zeit für Hobbys bleibt da kaum. „Mein gesamtes Erwachsenenleben prägte die Politik“, erinnert sich der selbstständige Handwerker, der einen Bodenlegebetrieb führt. Wenn er mal Zeit hat, pflegt der Oldtimer-Fan seinen dunkelblauen Opel Rekord, Baujahr ’62, und entspannt sich mit Border-Collie-Hündin Joyce beim Radfahren an der Ostsee, wo die Familie ein Ferienhaus besitzt. Aber den Urlaub für dieses Jahr hat Williges schon abgesagt. „Zu viel Arbeit“, sagt er, als das Handy wieder einmal klingelt.

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