Seit 40 Jahren in der Region aktiv

Zweckverband Raum Kassel plant für 325.000 Einwohner

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Eine Erfolgsgeschichte: Das Güterverkehrszentrum Kassel am Lohfeldener Rüssel nimmt mittlerweile 85 Hektar ein (das entspricht etwa 170 Fußballfeldern) und bietet 350 Menschen Arbeit. Foto: nh

Kreis Kassel. Für die Öffentlichkeit vollzieht sich die Arbeit eher im Verborgenen. Von den Ergebnissen ist allerdings die Bevölkerung in weiten Teilen von Stadt und Landkreis Kassel betroffen.

Seit 40 Jahren kümmert sich der Zweckverband Raum Kassel (ZRK) bei großen Infrastrukturprojekten als Planungsverband um die Abstimmung zwischen Städten und Gemeinden im ZRK-Gebiet, wo rund 325.000 Einwohner leben.

Verbandsdirektor Andreas Güttler und seine 20 Mitarbeiter beackern dabei ein weites Feld. Das reicht von der Verkehrs- und Landschaftsplanung, über die Ansiedlung großflächiger Einzelhandelsunternehmen, bis hin zum Ausweisen neuer Baugebiete im Zuständigkeitsbereich des ZRK.

Im Zentrum allen Handelns steht dabei das Ziel, so sagt Güttler, den Raum Kassel im Wettbewerb der Regionen attraktiv aufzustellen. Das heißt, notwendige Verzahnungen von Stadt Kassel und Umland sollen so entwickelt werden, dass beide Seiten profitieren.

Neue Gewerbegebiete dürften nicht mehr wie früher zu Konkurrenzsituationen untereinander führen, nennt Güttler ein Beispiel. Kleinräumiger kommunaler Wettbewerb gehöre der Vergangenheit an, statt dessen gehe es darum, bei der Erschließung und Vermarktung neuer Gewerbegebiete Risiken über einen Interessenausgleich unter mehrerer Kommunen so gering wie möglich zu halten.

Als Beispiel einer gelungenen Planung führt der Verbandsdirektor das Güterverkehrszentrum Kassel (GVZ) am Lohfeldener Rüssel an. Alle Verbandsmitglieder seien an diesem interkommunalen Projekt beteiligt gewesen. In einer Vereinbarung sei festgelegt worden, wo die Zuständigkeiten lägen und wie Kosten und Ertrag verteilt würden.

Mittlerweile, so Güttler, sei das 75 Hektar große Areal um zehn Hektar erweitert worden. Und innerhalb von nur zwei Jahren seien im GVZ 350 neue Arbeitsstellen entstanden.

Zukunftskataster

Weit oben auf der Agenda des ZRK steht für die nächste Zeit die Fortschreibung des Zukunftskatasters. Dahinter verbirgt sich die Absicht, flächendeckend alle vorhandenen Potenziale und Defizite im Verbandsgebiet zu erfassen, um auf den demografischen Wandel in der Region angemessen reagieren zu können.

Dabei bedient sich der ZRK der Unterstützung durch Studenten der Kasseler Uni. Sie listeten in den Verbandskommunen Baulandpotenziale, Leerstände und vorhandene Infrastruktur auf. Derzeit sei man dabei, so Güttler, Vergleiche anzustellen, um gegebenenfalls kurzfristige Entwicklungstrends aufzuzeigen. Langfristig könnten die erhobenen Daten für zukünftige Infrastrukturplanungen beispielsweise bei Wasserversorgung und Verkehrsplanung herangezogen werden.

Von Peter Kilian

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