„Wir kümmern uns doch gern“

Seit Jahrzehnten pflegt Familie Baumann aus Wellerode ein Gemeindegrundstück

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Pflegt das gemeindeeigene Grundstück vor ihrem Haus: Erika Baumann bekommt dabei manchmal auch Hilfe von ihren Enkeln Max (10, von links) und Timo (11).

Söhrewald. Unkraut jäten und die Hecke schneiden, das machen Erika und Wilmar Baumann aus Söhrewald-Wellerode nicht nur in ihrem Garten, sondern auch auf dem gemeindeeigenen Grundstück vor ihrem Haus an der Wattenbacher Straße.

Schon seit Jahrzehnten kümmert sich die Familie Baumann um die etwa 60 Quadratmeter große Fläche, die vom Absatz der Treppe zum Haus bis hinunter zum Bürgersteig reicht. Wilmar Baumann und seine Frau führen fort, was seine Großeltern angefangen und seine Eltern übernommen haben.

Die Arzthelferin und der Hausmeister bepflanzen und pflegen das Grundstück nun schon seit mehr als 20 Jahren. „Sonst kümmert sich ja keiner“, sagen sie. Ihre Nachbarn rechter und linker Hand machen es genauso. Die Arbeitszeit und die Kosten bekommen sie nicht erstattet.

Dekoration vor Weihnachten 

Trotzdem kümmern sie sich gern - und das beinahe täglich. „Wir wollen ja, dass es vor unserem Haus schön aussieht“, meint Erika Baumann. Der 58-Jährigen macht Gartenarbeit ohnehin Spaß. Manchmal helfen auch ihre Enkel Max (10) und Timo (11).

Allerdings wundert sie sich schon ein wenig darüber, dass die Kommune sich darauf verlässt, dass die Anwohner sich der Fläche vor dem Haus schon annehmen werden. „Vielleicht ist der Gemeinde auch gar nicht bewusst, dass es sich dabei um ihr Eigentum handelt“, rätselt das Ehepaar.

Doch solange sich sonst niemand zuständig fühlt, werden die beiden weiterhin Blumen und Hecken pflanzen und den Boden mit Rindenmulch decken. Für die Vorweihnachtszeit planen sie sogar eine festliche Dekoration mit schöner Beleuchtung.

Schnee räumen 

Wenn die Baumanns einen Wunsch bei der Gemeinde frei hätten, dann würden sie sich wünschen, dass im Winter der Schnee auch vor ihrem Domizil geräumt wird. Denn kurz vor ihrem über 100 Jahre alten Haus hört die Kehrmaschine, die die Gemeindestraßen von Eis und Schnee befreit, mit ihrem Winterdienst auf. „Das wäre eine schöne Gegenleistung“, sind sich beide einig. (nis)

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