14-jähriger Dennis seit sieben Monaten im Krankenhaus – Bürger organisieren Hilfe

Seit Unfall völlig gelähmt

So kannten ihn die Menschen in Fuldabrück: Beim Handballturnier im Sommer 2009 war Dennis Mager voll in Aktion. Doch dann verunglückte er im vergangenen Sommer im Freibad schwer und ist seither gelähmt. Der 14-Jährige wird künstlich ernährt und kann nicht sprechen. Foto: privat/nh

Fuldabrück. Als Dennis Mager am 6. Juni vergangenen Jahres nach Holzhausen ins Freibad fuhr, ahnte niemand, dass dies wahrscheinlich das letzte Mal in seinem Leben sein würde. Der 14-Jährige verunglückte im Schwimmbad schwer und ist seitdem gelähmt. Bürger aus Fuldabrück und anderen Gemeinden haben nun eine Hilfsaktion gestartet, um Dennis und seine Familie finanziell zu unterstützen.

Zwei Halswirbel gebrochen

Zu dem Unfall war es auf der Rutsche gekommen. Dennis versuchte, auf den Knien ins Wasser zu rutschen. Beim ersten Mal ging alles gut. Beim zweiten Mal jedoch blieb er mit dem Fuß hängen und schlug mit dem Kopf mehrfach auf der Rutsche auf. Dabei brach er sich zwei Halswirbel. Mit dem Rettungshubschrauber wurde der schwer verletzte Junge ins Kasseler Klinikum gebracht, dort stellten die Ärzte die Zertrümmerung des 5. und 6. Halswirbels fest.

Drei Tage wurde der 14-Jährige ins künstliche Koma versetzt. Dann kam er zur Reha, die nach vier Wochen wegen einer Fistel im Kehlkopfbereich abgebrochen wurde. Seither muss Dennis künstlich ernährt werden. Auch sprechen kann er nicht. Zwei Mal pro Woche wird in Vollnarkose ein eingesetzter Schwamm gewechselt – seit dem Unfall wurde Dennis mehr als 20 Mal operiert.

Der Fuldabrücker Junge liegt inzwischen in der Uniklinik in Heidelberg, auch dort ist die Schließung der Fistel noch nicht gelungen. Der früher begeisterte Handballer kann jetzt nur liegen, selbst Ausflüge im Rollstuhl in den Computerraum oder nach draußen sind nicht möglich. Mehr ginge ohnehin nicht; die Hoffnungen, dass der vollständig gelähmte Junge irgendwann wieder laufen kann, sind längst begraben.

Ergo- und Physiotherapie

Dennis selbst hält sich tapfer, er absolviert täglich seine Ergo- und Physiotherapie. Schule findet für ihn wegen der vielen Operationen nur selten statt. Dabei hofft Dennis selbst nach wie vor, wieder richtig gesund zu werden.

Mutter Keltoum war drei Monate beurlaubt, um bei Dennis zu sein. Inzwischen geht das nicht nur aus Kostengründen nur noch am Wochenende: Auch der achtjährige Bruder Dorian braucht seine Mutter. „Wir danken allen, die an uns denken und helfen – mit Gesprächen, Spenden oder anderer Unterstützung“, sagt Vater Herbert Mager und berichtet von der kostenlosen Wohnmöglichkeit nahe Heidelberg, Aktionen des Kuratoriums der Denn- und Dittershäuser Vereine und Verbände, der evangelischen Kirchengemeinde Fuldabrück, den Schulen in Dennhausen und Guxhagen und vieler Einzelpersonen, denen das Schicksal der Familie am Herzen liegt.

Wie es weitergehen wird, weiß niemand. „Wir sind schon so oft enttäuscht worden, dass wir nicht mehr planen“, erklärt Keltoum.

Spendenkonto

Ein Spendenkonto ist eingerichtet worden, um zumindest die finanzielle Belastung der Familie zu lindern.

Konto: „Dennis Mager”, Kasseler Sparkasse, BLZ 520 503 53, Kontonr. 10 66 35 17 18.

Von Sabine Büntig

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