Kostenloser Sperrmüll-Service des Landkreises gilt nicht für eigene Anlieferung

Sperrmüll: Wer selbst fährt, der zahlt

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Knochenjob: Mirko Vogt (links und Berthold Misch (rechts) von der Abfallentsorgung des Landkreises haben an diesem Grundstück an der Osterholzstraße in Niestetal alle Hände voll zu tun, um einige Kubikmeter Möbel und Hausrat einzuladen.

Kreis Kassel. Jeden Tag sind Mirko Vogt und Berthold Misch mit ihrem Müllwagen im Landkreis unterwegs, um ausgedienten Hausrat und Möbel abzuholen und zum Entsorgungsbetrieb Kirschenplantage in Hofgeismar zu bringen.

Da können schon mal 180 Kilometer Fahrstrecke an einem Arbeitstag zusammenkommen, sagt Misch. Die Abfuhr ist kostenlos, also in der allgemeinen Müllgebühr enthalten.

Doch wegen ein paar Kleinigkeiten wie einem ausgedienten Kinderwagen muss ja nicht gerade der große Müllwagen kommen, hat sich vor Kurzem ein Fuldabrücker Bürger gedacht, der seinen Namen nicht in der Zeitung sehen möchte. Er wollte die Kleinmenge im Kofferraum seines Wagens nach Hofgeismar fahren. Er reagierte erstaunt und erbost, als er erfuhr, dass er dann aber auch Geld mitbringen muss: 10,45 Euro je angefangenen 100 Kilo Sperrmüll.

Harald Kühlborn, Pressesprecher des Landkreises, bestätigt diese Regelung. „Sie klingt auf den ersten Blick verwirrend“, räumt er ein. Es gebe dafür aber gute Gründe. Zum einen gehe es um die Gleichbehandlung aller Bürger im Landkreis. Denn von einer kostenlosen Annahme würden ja eher die Hofgeismarer mit der Entsorgungsstation vor ihrer Haustür profitieren. Zum anderen sei das termingebundene Abholsystem mit großen Müllfahrzeugen aus Sicht des Kreises „einfach effizienter“, sagt Kühlborn. Dadurch würden auch viele unnötige Fahrten durch den Landkreis vermieden. Es komme auch „nur ganz selten“ jemand in Hofgeismar vorbei, um seinen Sperrmüll abzugeben. Die Zukunft werde zeigen, ob diese Gebührenregelung beibehalten werde oder nicht, ergänzte der Pressesprecher. Darüber werde die Betriebskommission zu gegebener Zeit entscheiden.

Müllgebühren sinken

Finanziell zwingend nötig scheint die Gebühr für Selbstanlieferer nicht. Denn zum kommenden Jahr werden die Müllgebühren im Landkreis Kassel um mindestens fünf Prozent gesenkt.

Die Entsorgungskosten für Sperrmüll sind laut Kühlborn in den vergangenen drei Jahren deutlich gefallen. Das liege an den großen Kapazitäten, die die Abfallwirtschaft inzwischen aufgebaut habe, berichtet Kühlborn und fügt hinzu: „99 Prozent des Sperrmülls werden komplett verwertet.“

Rohstoffe sehr begehrt

In Zeiten hoher Rohstoffpreise seien Elektrogeräte und Altmetall bei den Entsorgern sehr begehrt. Die Leistungen schreibe der Landkreis alle zwei bis drei Jahre neu aus. „Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht“, sagt Kühlborn.

Bauabfälle kostenpflichtig

Übrigens ist der Anteil des Sperrmülls am gesamten Müllaufkommen seit 2005, als es noch 11.000 Tonnen waren, auf jetzt 8050 Tonnen (2010) zurückgegangen.

Der Grund: Bau- und Abbruchabfälle, die früher zum - kostenlosen - Sperrmüll zählten, sind inzwischen kostenpflichtig. (pdi)

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